Tradition zum Fest Diese Tipps zum Ostereier-Verzieren geben Bonner Kunstdozenten

Bonn · Eier-Bemalen klingt erst einmal kinderleicht, kann aber zur echten Herausforderung werden. Wie die ovalen Leinwände dennoch gelingen, haben wir Kunstdozenten der Bonner Arte-fact-Jugendkunstschule gefragt.

 Bei der Ostereier-Mal-Aktion auf dem Marktplatz: Dorothee Irmich-Eßer (blaue Jacke), Lukas Thein und Milena Krüger.

Bei der Ostereier-Mal-Aktion auf dem Marktplatz: Dorothee Irmich-Eßer (blaue Jacke), Lukas Thein und Milena Krüger.

Foto: Benjamin Westhoff

Osterlamm backen, Osternester suchen, Eier färben und natürlich bemalen – all das gehört fest zu Ostern dazu, vor allem für die Kleinen. Doch gerade das Bemalen der Eier ist gar nicht so leicht. Das weiß jeder, der sich schon einmal daran probiert hat. Kompliziert ist, das Ei gleichzeitig zu halten und zu bemalen. Dazu kommt die wässrige Farbe, die über die Finger läuft. Da kann auch mal Frust aufkommen. Um den zu vermeiden, hat die GA-Redaktion bei Dorothée Irnich-Eßer und Lukas Thein, Kunstdozenten der Arte-fact-Jugendkunstschule, nach Tipps gefragt. Das Ziel sind bunt bemalte Eier, und das möglichst stressfrei.

In der Mitte des Bonner Marktplatzes zwischen Ständen mit Obst, Gemüse, Pommes und Suppen waren am Mittwochnachmittag die Dozenten der Kunstschule vor Ort, um Tipps zu geben. Vor ihnen ein Tisch gefüllt mit Zubehör zum Bemalen und Bekleben von Ostereiern. Die erste Herausforderung liegt schon beim Auspusten der rohen Eier. Das findet auch Flora (8): „Das Auspusten ist schwer“, sagt sie. Für die Oster-Aktion lagen insgesamt 100 ausgepustete Eier für die Kinder bereit. 20 seien dabei kaputt gegangen. „Die wurden dann aber wieder aufgefüllt“, erklärte Thein.

Um ein unbeschwertes Malen zu ermöglichen, bereiteten die zwei Kunstlehrer und die ehrenamtliche Helferin Milena Krüger Halterungen für die Eier vor. Dafür kneteten sie bunten Bienenwachs weich und klebten ihn an zwei Stellen um einen Schaschlikspieß. Dazwischen kam das ausgeblasene Ei und die Kinder konnten beim Bemalen bequem den Stab anfassen – ohne an die Farbe zu kommen.

Thein hat noch einen Tipp, wie man die pinken Stempel auf den Eiern abbekommt: „Man kann einfach etwas Essigessenz auf ein Wattepad tropfen und den Stempel damit abreiben.“ Beides stand auch am Stand bereit.

Statt Wasserfarbe, die umkippen oder über die Hände laufen kann, nehmen die Kunstdozenten von der Arte-fact-Jugendkunstschule grundsätzlich zähflüssige Farbe, so Thein. Statt Pinseln stehen auch Wattestäbchen bereit. Besonders gut funktioniere damit das Aufmalen von Punkten, sagt der 37-jährige Bonner. Das findet auch die achtjährige Flora: „Mit den Wattestäbchen die Punkte auftupfen, ist cool“, sagt sie. Auch Marta (10) male das erste Mal mit Wattestäbchen, wie sie erklärt. Ein weiteres Kind hat aus den Punkten Blumen geformt.

Neben dem Malen mit Wattestäbchen gab es zur Verzierung der Eier ausgestanzte Papierblumen und Servietten mit kleinen Schafen, die mit Serviettenkleber auf das Ei geklebt werden konnten. Eine Besonderheit sei die Dresdner Pappe in Hasenform, erklärt Thein: Das historische Prägeprodukt könne ausgeschnitten und dann mit Bastelleim auf das Ei geklebt werden. „Die verschiedenen Techniken können gemischt werden, es sind keine Grenzen gesetzt. Jeder kann sein Ei so gestalten, wie er möchte“, sagt Thien. Die individuellen Eier könnten durch die Spieße in Blumentöpfe gesteckt und so direkt dekoriert werden.

Der Kampf um die Kübel
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