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Adrenalin und Gemeinschaft: Dirt-Biker treffen sich in Dottendorf

Adrenalin und Gemeinschaft : Dirt-Biker treffen sich in Dottendorf

An diesem Wochenende findet in Dottendorf der 3. Dirtbike Jam statt. Oder soll zumindest stattfinden – denn am Samstag musste die Veranstaltung wegen diverser Regenschauer unterbrochen und auf den nächsten Tag verschoben werden.

Und wieder schlägt ein Rad einen Salto. Ein Backflip, würden Kenner der Dirtbike-Szene jetzt anerkennend sagen. So muss das sein. Denn bei dem vor allem bei Jugendlichen beliebten Radsport dreht sich alles um derartige akrobatische Tricks und spektakuläre Sprünge. An diesem Wochenende lässt sich dies in Dottendorf erleben, wo der 3. Dirtbike Jam stattfindet. Oder zumindest stattfinden soll – denn zumindest am Samstag musste die Veranstaltung, bei der auch Punkte für die Deutsche Meisterschaft der Dirtbiker gesammelt werden kann, wegen diverser Regenschauer unterbrochen und auf den nächsten Tag verschoben werden.

Dennoch sind schon die Aktionen der so genannten Rookies, der Anfänger, überaus beeindruckend, und während der Aufwärm- und Test-Phasen sind auch einige Amateure und Profis am Start. Überschläge und Drehungen werden fröhlich miteinander kombiniert, der Gefahr eines Sturzes lachend ins Auge geblickt.

Es ist ein Sport, der eine enorme Körperbeherrschung erfordert und dafür viel Adrenalin ausschüttet, sagen mehrere Fahrer. „Viel wichtiger ist aber eigentlich, dass wir eine eingeschworene Gemeinschaft sind“, erklärt Paul Spikker, der extra aus Moers nach Bonn gekommen ist. „Jeder fährt für sich, aber dennoch sind wir alle zusammen. Das ist schon geil. Und es macht einfach unglaublich viel Spaß. Das kann man jemandem kaum erklären, das muss man erleben.“

Dirt Bike Jam

Seit nunmehr vier Jahren besteht der Platz mit den diversen Rampen in Dottendorf, trotz anfänglichen Protests der Anwohner. „Davon kann inzwischen keine Rede mehr sein“, freut sich Hans-Josef Berghoff, zweiter Vorsitzender des Radsportclubs Sturmvogel Bonn, dem die Dirt-Biker als Abteilung angehören. „Die Nachbarn haben sich an uns gewöhnt, und wir bemühen uns, das gute Verhältnis auch zu bewahren.“ So sei der Jam auch ein Angebot an alle, mit den Sportlern ins Gespräch zu kommen. „Die wiederum können sich mit den Profis messen und wachsen an dieser Herausforderung.“

Einer, der davon bereits profitiert hat, ist Bjarne Faßler. Der 18-Jährige hat 2012 zusammen mit einigen Freunden den Grundstein für den Dirtbike-Platz gelegt, indem er einen Brief an den damaligen Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch verfasste – inzwischen steht er vor dem Sprung in die Profi-Liga. Da passt es, dass Dottendorf in diesem Jahr erstmals offizieller Tourstop für die Deutsche Freestyle Mountainbike Tour ist. „Ich bin schon stolz“, gesteht Bjarnes Vater Knut Faßler.

„In meiner Jugend hatten wir keinen derartigen Platz, deshalb bin ich irgendwann zu den Skateboardern gewechselt. Umso schöner ist es, dass mein Sohn jetzt seinen und in gewisser Weise auch meinen Traum leben kann.“ Wenn denn das Wetter mitspielt: Pünktlich zu den ersten Runden der Amateure beginnt es zu regnen, bis die Sturzgefahr schlichtweg zu groß ist. „Wir haben Pfützen vor allen drei Rampen“, sagt Bjarne. So bleibt den Veranstaltern nichts anderes übrig, als den Dirtbike Jam zu verschieben. Am Sonntag um 13 Uhr soll es weitergehen.