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Naturdetetivetag des GA: Diskussion über Rüpel im Wald

Naturdetetivetag des GA : Diskussion über Rüpel im Wald

Im Rahmen des Naturdetektivetags wurde auch diskutiert. Fachleute wünschen sich bei der Nutzung des Waldes mehr Kommunikation und gegenseitige Rücksichtnahme.

Offenbar funktioniert die Kommunikation unter den Nutzern des Waldes nicht so wie es sein sollte. Zu diesem Schluss kamen die Diskussionsteilnehmer, die mit GA-Redakteur Holger Willcke über das Miteinander im Wald sprachen. Ein bisschen mehr Rücksichtnahme und Einsicht fordern alle Interessengruppen. Und vor allem, miteinander zu sprechen.

„Die Kernproblematik ist eine Zwischenmenschliche“, sagte Uwe Schölmerich, Leiter des Regionalforstamtes Rhein-Sieg-Erft. Zu viele unterschiedliche Nutzer befänden sich gleichzeitig in den Wäldern, da käme es zu Konflikten: Fußgänger und Mountainbiker zum Beispiel oder Hundehalter und Jäger.

Jeder beanspruche die Wege für sich, dabei müsse jeder nur Rücksicht auf den anderen nehmen, sagte Stefan Türk, Dozent am Institut für Natur, Sport und Ökologie an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Mit seinen Studenten aus der Mountainbikegruppe gehe er zunächst zu Fuß die Wegstrecken ab.

„Dann sollen sie sich vorstellen, dass sie sich selbst überholen als Fahrradfahrer“, sagte Türk. Ein Perspektivwechsel könne helfen, die anderen Nutzer besser zu verstehen. Ein bisschen mehr Respekt gegenüber der Natur verlangte Harald Sauer, Geschäftsführer der Naturparke Rheinland, und warf die Frage in die Runde, ob die Nutzer auch mit ihrem eigenen Garten so umgehen würden.

Auf den Wegen bleiben, Müll wieder mitzunehmen, als Jogger nicht mit der Stirnlampe querfeldein zu laufen und Hunde anzuleinen, damit sie die Wildtiere nicht aufstöbern und jagen: All das sind Forderungen, die von allen Gesprächsteilnehmern kamen. „Wir sind nur Gäste im Wald, und so sollten wir uns auch benehmen“, sagte Schölmerich.

Weniger Probleme mit anderen haben offenbar Reiter, wie Albert Schwan von der Vereinigung für Freizeitreiter und -fahrer berichtet. Problematisch sei eher die Gesetzeslage in NRW, die es Reitern schwer mache. Streng genommen dürfen sie nämlich nur Reitwege nutzen. Auf allen anderen müssten sie absteigen. „Wenn sich Reiter schlaumachen wollen, in welcher Kommune oder Kreis sie wie reiten dürfen, brauchen sie 14 Tage Vorbereitungszeit“, sagte Schwan.