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Wiederverwertbare Trinkflaschen für Bonner Fünftklässler: „Dopper“ statt Einwegmüll

Wiederverwertbare Trinkflaschen für Bonner Fünftklässler : „Dopper“ statt Einwegmüll

3000 Bonner Fünftklässler erhalten wiederbefüllbare Trinkflaschen von Bonnorange. Das soll die Menge an gekauften Einwegflaschen aus Plastik reduzieren.

Mit 3000 leuchtend orangefarbenen Trinkflaschen möchte Bonnorange, dass Kinder an jedem Tag einen aktiven Beitrag zu Abfallvermeidung, Ressourcenschutz und letztlich auch zur Sauberkeit in der Stadt leisten können. 108 Fünftklässler der Marie-Kahle-Gesamtschule (MKG) waren am Montag die Ersten, die sie bekamen. Noch 34 weiterführende Schulen in Bonn sollen folgen.

Seit zehn Jahren verteilt das für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft zuständige Dienstleistungsunternehmen wiederverwendbare Brotdosen an Kindergärten und Grundschulen, um den Kindern möglichst frühzeitig ein Bewusstsein für Umweltschutz und Müllvermeidung zu vermitteln.

„Bisher war es so, dass das Interesse an Müllvermeidung in den weiterführenden Schulen aufgehört hatte“, sagt Projektleiterin Antje Vödisch von Bonnorange. Doch durch die Bewegung Fridays for Future sei das Thema nun auch dort angekommen. So sei bei Bonnorange die Idee entstanden, Kinder früh daran zu gewöhnen, keine 25-Cent-Einwegflaschen zu benutzen, sondern ihre Getränke in wiederbefüllbaren Trinkflaschen mitzubringen.

Das niederländische Modell „Dopper“ wurde schon bei der Klimakonferenz COP 23 in Bonn verteilt. „Die Botschaft ist, dass jedes Kind jeden Tag den Unterschied machen kann“, so Vödisch. Man solle – ähnlich wie Greta Thunberg es vorgemacht habe – nicht auf irgendjemanden warten, sondern man müsse es selbst in die Hand nehmen. „Wenn 3000 Bonner Schülerinnen und Schüler mitmachen, sind das in jedem Monat 96.000, in einem Jahr über eine Millionen kleine Plastikflaschen, die weniger verkauft werden und irgendwo landen“, rechnet Vödisch vor – bezogen nur auf die fünften Klassen.

Unter den 35 Schulen, die Bonnorange unterstützt, ist die MKG seit 2013 die erste Bonner Fairtrade-Schule, die in ihrer Schulordnung Mülltrennung und die Bemühung, „die Abfallmenge gering zu halten“, sowie die Benutzung von Mehrwegbechern vorschreibt.

So gaben auch vor der Verteilung der Trinkflaschen die beiden fünfzehnjährigen Schülersprecher Lina und Lark den Fünftklässlern in der Mensa eine beeindruckende Vorführung der Maßnahmen zur Müllvermeidung in ihrer neuen Schule. „Die Trinkflaschen der Bonnorange sind für unser Konzept wie das Salz in der Suppe“, sagte Schulleiterin Sabine Kreutzer und deutete auf die allseits in der Mensa aufgestellten gelben Abfallbehälter mit der Aufschrift „Alles Jute an der Maria Kahle“.