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Eine der größten Jugendabteilungen: Dransdrofer Feuerwehr ohne Nachwuchsprobleme

Eine der größten Jugendabteilungen : Dransdrofer Feuerwehr ohne Nachwuchsprobleme

Die Dransdorfer Feuerwehr freut sich über eine starke Jugendabteilung mit 22 Mitgliedern. Zwölf neue Anwärter stehen bereits in den Startlöchern.

Gut ausgestattet ist die Dransdorfer Freiwillige Feuerwehr ohnehin. Ein Löschfahrzeug und ein Einsatzleitwagen in bestem Zustand, den alten VW-Bus für den Mannschaftstransport ersetzt die Stadt demnächst. Und über den vor drei Jahren gegründeten Förderverein konnte man etwa eine Motorkettensäge, Handschuhe, Mützen und andere Dinge anschaffen, die über die Grundausstattung hinausgehen. Und jetzt verfügt die Löscheinheit auch über einen modernen Werkzeugkasten: Den hat die Firma Müller und Wessels im Dransdorfer Gewerbegebiet spendiert.

Warum nicht die Stadt Bonn, die vor elf Jahren den bisherigen Kasten besorgt hatte? Der erfülle zwar die Grundausstattungsvorgaben, erklärt Löscheinheitsführer Jochen Weinstock, aber mehr nicht. Das Inventar des neuen Kastens gehe darüber hinaus, ergänzt sein Stellvertreter Michael Dernen. „Wenn man um Beispiel irgendwo eine Tür aufmachen möchte, braucht man etwas feineres Werkzeug und teilweise von der Auswahl etwas mehr, und das ist in der Kiste drin.“ 600 bis 700 Euro koste die, das Geld hätte die Löscheinheit selbst oder über den Förderverein zusammenkratzen müssen. Die beiden freuen sich deshalb sehr über diese Spende.

Jugendabteilung der Feuewehr gehört zur größten der Stadt

Der Kasten kommt auf den Löschwagen und wird bei Einsätzen verwendet, aber natürlich lernt auch der Nachwuchs den Umgang mit dem Spezialwerkzeug. Die Jugendabteilung ist der ganze Stolz der im Jahr 1900 gegründeten Freiwilligen Feuerwehr in Dransdorf, denn sie gehört zu den größten der Stadt. Mit 22 Mitgliedern ist sie fast am Limit des Machbaren, sagt Weinstock. „25 ist das, was man noch leisten kann.“ Denn zum einen ist die Kapazität der Einsatzfahrzeuge, die ja auch Teil der Ausbildung sind, begrenzt. Zum anderen kommt man räumlich und organisatorisch bei den wöchentlichen Treffen freitagabends an die Grenzen.

Denn nach den Übungen trifft man sich immer noch im Mannschaftsraum zum gemütlichen Miteinander, für das auch immer gekocht wird. Das Kochen erledigen Mitglieder der Unterstützungseinheit, die nicht auf Einsätze mitfahren, aber zum Beispiel die Verpflegung gewährleisten, und das ist einiges an Arbeit. Aber diese Abende sind für die Löscheinheitsführer wichtig. Das fördert die Kameradschaft, die Jugendlichen lernen die Aktiven – derzeit gibt es 13, darunter auch eine Frau – besser kennen, und man fördert die Bereitschaft des Nachwuchses, ab dem 17. Lebensjahr auch in den aktiven Dienst zu wechseln.

Das geht auf: Laut Weinstock will in diesem Jahr ein Jugendlicher Aktiver werden, nächstes Jahr stehen vier Wechsel an. Und um neue Mitglieder im Jugendbereich muss sich Dransdorf sicher auch keine Gedanken machen. „Wir haben dieses Jahr zwölf Neue. Das hat sich einfach herumgesprochen.“

Keine Einsätze

Mit auf Einsätze fahren dürfen die Jungs – derzeit sind keine Mädchen dabei, aber eins ist schon in der Schnupperphase – natürlich nicht. Aber die Jugendfeuerwehr ist bei Aktivitäten wie Martinszügen, Maibaumaufstellen oder Grillveranstaltungen dabei und hat zum Beispiel bei Hochwasser geholfen, Sandsäcke zu befüllen. „Das ist für Erwachsene eine Strafarbeit, aber die Kinder haben Spaß daran“, sagt Jugendwart Dernen. Und mit etwas Glück können sie doch zum Einsatz kommen: Dernen erinnert sich an die Zeit, als die Kettelerschule gebaut wurde. An dem Tag, an dem die Jugendfeuerwehr eine Übung an der Wagenhalle abhielt, brach auf dem Rohbau ein Feuer aus. Während die Berufsfeuerwehr die Schule von hinten anfuhr, weil die Zufahrt zugeparkt war, legten die Jugendlichen einen Schlauch vom Unterflur-Hydranten am Bach zum Brand. Ein tolles Gefühl: „Die dabei waren, waren alle die Könige.“

Das Gelernte will man auch beim Bonner Stadtentscheid am 23. Juni gegen die anderen Jugendfeuerwehren unter Beweis stellen. „Wir hoffen, dass wir nach dreimal dem zweiten Platz den Pokal endlich mal nach Dransdorf holen können.“