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Prozessauftakt in Bonn: Drei Männer wegen schweren Raubes vor Gericht

Prozessauftakt in Bonn : Drei Männer wegen schweren Raubes vor Gericht

Drei junge Männer stehen wegen schweren Raubes und Körperverletzung vor dem Bonner Landgericht. Sie sollen einen 36-Jährigen in einem Hinterhof getreten und geschlagen haben.

Da waren es nur noch zwei: Am Dienstagmorgen hat am Bonner Landgericht der Prozess gegen drei Angeklagte begonnen, die am 1. April dieses Jahres einen damals 36-jährigen Italiener ausgeraubt und verletzt haben sollen. Einer der drei jungen Männer im Alter von 16, 19 und 22 Jahren erschien allerdings nicht vor Gericht, der 19-Jährige hatte gegenüber seinem Anwalt angegeben am Morgen mit Corona-Symptomen aufgewacht zu sein und war mit einer Betreuerin zum Arzt gegangen. Nach kurzer Beratung entschied die 2. Große Jugendkammer unter dem Vorsitz von Wolfgang Schmitz-Justen das Verfahren gegen den nicht erschienenen abzutrennen und die Verhandlung um die beiden Verbliebenen wie geplant zu beginnen.

Der ältere der beiden ist für die Justiz kein Unbekannter: Im aufsehenerregenden Fall des Brandes im erst ein halbes Jahr zuvor eröffneten Motel One „Beethoven“ am Bertha-von-Suttner-Platz war der 22-Jährige noch im August überraschend freigesprochen worden. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Diesmal lautet die Anklage auf gemeinschaftlichen schweren Raub und gefährliche Körperverletzung. Der mögliche Tatort liegt gleich um die Ecke: Auf dem Weg vom Hauptbahnhof zu einem Hinterhof vis-à-vis des Motel One soll das Trio den Italiener in einen Hinterhalt gelockt haben, um ihn auszurauben.

Im Kern zeigten sich die beiden anwesenden Angeklagten voll geständig: Sie hätten ihr Opfer nach einer „durchgechillten“ Nacht in den frühen Morgenstunden am Hauptbahnhof getroffen. Der angetrunkene Italiener sei zunächst mit einem Mann und einer Frau unterwegs gewesen, die beiden Begleiter hätten aber bald darauf den Heimweg angetreten. Zu viert sei man dann zu der Tankstelle an der Stiftsgarage gegangen, schnell sei klar gewesen, dass das spätere Opfer Bargeld dabei hatte und Kokain und Cannabis kaufen wollte.

Männer schlagen laut Aussage zu dritt auf ihr Opfer ein

Auf Initiative des nicht erschienen 19-jährigen Mittäters habe man dann beschlossen, den Kaufwilligen in einen naheliegenden Hinterhof zu locken. Der Geschädigte soll zwar noch versucht haben wegzulaufen, floh aber wegen fehlender Ortskenntnis vergeblich  in eine Sackgasse. Dort schlug und trat man dann zu dritt auf das Opfer ein. Den größten Teil der Beute von knapp 600 Euro soll nach übereinstimmenden Angaben der beiden ihr Mittäter eingesackt haben. Sie hätten nur jeweils 100 beziehungsweise 150 Euro erhalten. Gegen Mittag betrat dann das Opfer den Zeugenstand: Seine Aussage unterschied sich nur in einem Detail von den Geständnissen der beiden Angeklagten: Der Minderjährige habe versucht, ihn mit einem Stein auf den Kopf zu schlagen, gab der Mann an. Davon allerdings wollten die beiden Angeklagten nichts wissen.

Der Minderjährige muss sich außer für diese Tat auch noch für vier weitere Vergehen verantworten. So soll er bereits im Dezember vergangenen Jahres einem Mann, der leicht angetrunken von einer Weihnachtsfeier kam, sein Handy und 50 Euro geraubt haben, der Mutter eines Freundes ihr Mobiltelefon gestohlen haben, gemeinsam mit anderen Jugendlichen zwei Kinder am Friedensplatz bedroht und sogar Falschgeld in Umlauf gebracht haben. Auch hier räumte er den Großteil der Vorwürfe bereitwillig ein. Mit einem Urteil wird Mitte November gerechnet.