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Eingeschränktes BonnFest und verkaufsoffener Sonntag: Durchwachsenes Fazit nach Beethoven-Rallye in Bonn

Eingeschränktes BonnFest und verkaufsoffener Sonntag : Durchwachsenes Fazit nach Beethoven-Rallye in Bonn

Wegen der städtischen Corona-Auflagen konnte das BonnFest nicht in gewohntem Maße stattfinden. Während die Besucher ihren Spaß bei der Beethoven-Rallye hatten, gab es aber auch Kritik.

Auch in diesem Jahr konnte das traditionelle BonnFest aufgrund städtischer Corona-Auflagen nicht in gewohntem Maße stattfinden. Wie schon 2020 hat der city-marketing bonn e.V. Besucherinnen und Besucher wieder zur Beethoven-Rallye eingeladen, um deren Lauf- und Konsumfreudigkeit anzukurbeln. Dieses Mal unter dem Motto „in Bonn feste rätseln“. Hierzu wurden in insgesamt 17 teilnehmenden Geschäften und Gastronomiebetrieben Buchstaben in Schaufenstern, sowie grüne oder goldene Figuren des Komponisten aufgestellt. Um einen der bereitgestellten Preise zu gewinnen, musste aus dem Buchstabensalat ein Lösungswort gebildet werden. Dieses kann noch bis zum 13. Oktober beim Bonner Marketingverein eingesendet werden. Die Fußgängerrallye diente dabei als Anlass, um nach Abstimmung mit der Gewerkschaft Verdi den verkaufsoffenen Sonntag überhaupt erst zu ermöglichen.

Den mit Abstand teuersten Preis steuerte Intersport in der Friedrichstraße bei. Ein Standup Paddle-Board im Wert von 499 Euro. „Grundsätzlich sind wir froh über den verkaufsoffenen Sonntag“, sagt die stellvertretende Leiterin des Intersports, Anke Kohnen. „Der Umsatz wiegt jedoch die heutigen Personalkosten nicht auf, wir haben auch schon gegen 16 Uhr die ersten Mitarbeiter nach Hause geschickt.“

Durchwachsenes Fazit bei den Gastronomen

Als problematisch sieht sie die Wahl des Tages an. „Wie schon im vergangenen Jahr ist es das Wochenende des Herbstferienanfangs. Da ist nicht allzu viel los“, so Kohnen. Auch sei der pandemiebedingte Warenbeschaffungsmangel noch nicht gänzlich überwunden, was zu geringerem Angebot führe. Die Rallye an sich sei jedoch gut angenommen worden, bestätigt Kohnen: „Im Laufe des Tages kamen immer wieder Leute ins Geschäft, um sich danach zu erkundigen. Ich vermute aber, dass der Tag heute eher den Gastronomiebetrieben guttut.“

Diese Annahme können beispielsweise die Inhaber des „EisLabor-Passion“, die Eheleute Petra Recker und Michael Weiss, auf Nachfrage bestätigen. „Wir sind schon gut besucht. Heute haben wir mit zwei Leuten mehr geplant, das hat sich ausgezahlt“, bestätigt Weiss. „Es wäre heute sicher weniger los, wenn die Geschäfte geschlossen hätten“, fügt Recker hinzu.

Ein weniger positives Fazit zieht Enzo Serio, der mit seinem beliebten Stand mit italienischen Kaffee- und Gebäckspezialitäten aus gegebenem Anlass vom Rathausplatz zum Münsterplatz gewechselt ist, daraus aber keinen Mehrnutzen ziehen konnte. „Wir haben vom heutigen Tag ehrlich gesagt mehr erwartet. Vielleicht sind die Leute noch zu sehr von Corona verängstigt“, beklagt Serio.

Unsicherheit bei vielen Menschen noch spürbar

Auf der anderen Seite des Platzes, im stets gut frequentierten Café „Midi“ bewertet Kandice Salansci von der Betriebsleitung die Lage hingegen gelassener: „Das gesamte BonnFest-Wochenende hat sich auf unseren Umsatz positiv ausgewirkt. Heute lief es im Gegensatz zu normalen Sonntagen überdurchschnittlich gut“, so Salansci. So war insbesondere der Münsterplatz am Sonntagnachmittag angesichts der angebotenen Ess- und Trinkmöglichkeiten halbwegs gut besucht. Karussellattraktionen für Kinder und musikalische Untermalung wie die der Bonner Musikgruppe „Druckluft“ sorgten zumindest ein wenig für lang vermisste Festatmosphäre.

„Die Stimmung heute ist erwartungsgemäß ruhig, gut und friedlich“, befanden am Nachmittag zwei Polizeibeamte. Einen besonderen Auftrag, auf Einhaltung etwaiger Coronaschutzmaßnahmen zu achten, habe man daher auch nicht erhalten. Auch wenn die Bundesrepublik mit mittlerweile über 65 Prozent vollständig Geimpften weltweit einen der vorderen Plätze einnimmt, ist die Unsicherheit bei vielen Menschen immer noch spürbar. Eine Maskenpflicht wurde für den Münsterplatz zwar nicht ausgerufen, viele wollten jedoch auch draußen nicht auf ihren Mundschutz verzichten - so wie das Ehepaar Celina und Joachim Müller, das eigens aus Siegburg anreiste. „Vor zwei Wochen wurde bei uns der verkaufsoffene Tag abgesagt. Wir haben beschlossen, heute daher nach Bonn zu kommen. Das Fest nehmen wir gerne auch mit“, scherzten die Siegburger hinter getragener Maske.

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