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Stadtwerke Bonn bestätigen Verbot: E-Scooter ab sofort in Bus und Bahn verboten

Stadtwerke Bonn bestätigen Verbot : E-Scooter ab sofort in Bus und Bahn verboten

Menschen mit Behinderungen, die einen sogenannten E-Scooter benutzen, dürfen damit seit dieser Woche nicht mehr mit Bus und Bahn fahren. Das bestätigte gestern der Sprecher der Stadtwerke Bonn, Werner Schui.

"Wir folgen damit einer landesweiten Regelung der NRW-Nahverkehrsunternehmen", erklärte Schui. Hintergrund: Beim E-Scooter handelt es sich um eine Sonderform eines elektrischen Rollstuhls, der speziell für den Außenbereich gefertigt ist. Die E-Scooter sind bis zu sechs Stunden-kilometer schnell.

Nach einer Studie des Verbands der Deutschen Verkehrsunternehmen (VDV) ist jedoch das Gefährdungspotenzial dieser E-Scooter aufgrund ihrer Größe, ihrer Standfestigkeit und ihres Gewichtes sehr hoch. So könnten die Scooter vor allem bei verkehrsbedingten Vollbremsungen ins Rutschen gelangen und andere Fahrgäste extrem gefährden. Darüber habe man, so Schui , die Behindertenverbände informiert.

Wie viele Nutzer von E-Scootern es in Bonn gibt, die unter Umständen dadurch in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, war gestern nicht zu erfahren. Die Lebenshilfe Bonn hat unter ihren Betreuten niemanden mit einem solchen Gefährt, sagte Susanne Land, Sprecherin des Vereins. Allerdings kritisierte sie das Verbot. "Es gibt doch schon genügend Hürden, die die Menschen mit Behinderungen überwinden müssen. Die sollten abgerissen werden, anstatt weitere aufzubauen,", klagte sie. Sie sei zudem erstaunt darüber, dass das Verbot so kurzfristig erlassen worden sei.

Annette Standop ist Stadtverordnete der Grünen-Ratsfraktion und auf einen Rollstuhl angewiesen. Sie benutzt einen elektronisch betriebenen Rollstuhl für den Innenbereich. Ihre Wege legt sie mit dem Auto zurück, das von einem Assistenten gefahren wird, sagte sie. Dennoch ist für Standop das Verbot nicht nachvollziehbar.

"Das Ganze ist wenig durchdacht. Es handelt sich doch um eine reine Gefahrenstudie", sagte die promovierte Theologin und Gestalttherapeutin. Sie hätte sich dagegen gewünscht, der Verkehrsunternehmensverband hätte eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegebene, um eine Lösung zu finden, wie die Menschen mit den E-Scootern künftig den ÖPNV sicherer nutzen können. "Stattdessen wird das Pferd von hinten aufgezäumt", kritisierte sie, das werde wieder viele in ihrer Mobilität stark einschränken.