1. Bonn
  2. Stadt Bonn

E-Scooter in Bonn: Lime und Tier ziehen positive Bilanz - Polizei sieht keine Auffälligkeiten

Lime und Tier : Anbieter von E-Scootern in Bonn ziehen Bilanz

Vor gut einem halben Jahr brachten Tier und die SWB die ersten E-Scooter auf die Bonner Straßen, später kam Lime hinzu. Zum Jahresende ziehen die Verleiher eine erste Bilanz. Aus Sicht der Polizei verliefen die ersten Monate unauffällig.

Sie rollen über die Straßen und Fahrradwege, stehen vor allem in der Bonner Innenstadt - mal gut, mal weniger gut geparkt - an nahezu jeder Straßenecke und gehören gefühlt seit jeher zum Stadtbild: Dabei sind die ersten E-Scooter in Bonn erst seit gut einem halben Jahr unterwegs. „Tier Mobility“ brachte gemeinsam mit den Stadtwerken Bonn (SWB) am 22. Juni die ersten elektrischen Miet-Roller auf die Straßen der Bundesstadt. Seit dem 15. August stehen auch die E-Scooter von „Lime“ in Bonn zur Verfügung.

Zum Jahresende ziehen die Verleiher eine positive Bilanz. „Wir sind besonders stolz darauf, nach nur einem halben Jahr mit einer Flottengröße von 25.000 E-Scootern der größte Betreiber von Elektromobilität in Deutschland zu sein und den Menschen in Bonn nachhaltige und emissionsfreie Transportmöglichkeiten bieten zu können“, sagte Alexander Pfeil, General Manager des in Frankfurt am Main sitzenden Unternehmens Lime. Wie viele Elektro-Roller Lime auf den Straßen Bonns anbietet, verrät der Verleiher „aus Wettbewerbsgründen“ nicht. Auch die Anzahl der Leihen und registrierten Nutzer bleiben im Geheimen.

Was Lime verrät: Besonders gefragt waren die Scooter, die der laut dem Verleiher aktivste Bonner Nutzer schon 166 Mal nutzte, einer Mitteilung zufolge am Samstag, 12. Oktober. Eine Erklärung dafür liegt nicht auf der Hand. Eine Möglichkeit: das an dem Tag sonnige Herbstwetter.

Das Wochenende schrieb gleichzeitig auch ein dunkles Kapitel der E-Scooter in Bonn: In der Nacht zu Sonntag kollidierte damals auf dem Bonner Talweg ein 26-jähriger Scooter-Fahrer mit einem Taxi. Er erlitt lebensgefährliche Verletzungen, die Polizisten stellten in seiner Atemluft erheblichen Alkoholgeruch fest. In ihrem Zuständigkeitsbereich verzeichnete die Bonner Polizei seit dem Start der E-Scooter insgesamt 18 Verkehrsunfälle mit Personenschaden unter Beteiligung von E-Scootern.

Der Anbieter Tier teilte auf Nachfrage mit: „Wir sind sehr glücklich mit der Entwicklung in Bonn, ebenso wie mit der Entwicklung in ganz Deutschland.“ Rund 500 Scooter des Unternehmens seien auf Bonner Stadtgebiet verteilt. „Eine Ausweitung des Angebotes auf weitere Stadtgebiete oder eine Erhöhung der Anzahl an Scootern ist für uns sehr gut vorstellbar“, so ein Sprecher. Eine größere Ausweitung würde aber in Absprache mit der Stadt erfolgen.

Das Kunden-Feedback bezeichnete Tier als äußert positiv. Dies zeige, dass es einen Bedarf für das eigene Angebot gebe. Tier ist nach eigenen Angaben in 28 deutschen Städten aktiv und will das Angebot demnach auf weitere Städte ausbauen. „Es freut uns auch, dass der Öffentliche Nahverkehr uns als bevorzugten Kooperationspartner in den Städten sieht, so auch in Bonn.“

Dass es durch die E-Scooter als zusätzliches Fortbewegungsmittel zu mehr Unfällen auf den Straßen kommt, kann die Polizei bislang nicht feststellen. „Wir verzeichnen keinen signifikanten Anstieg der Unfälle“, erklärt Simon Rott aus der Pressestelle der Bonner Behörde. Die Polizei bemängelt, dass weiterhin viele Menschen nicht wüssten, dass sie kein Spielzeug sondern ein Kraftfahrzeug führen. „Deshalb gelten die gleichen Promillegrenzen und Konsequenzen für Autofahrer“, so Rott. An 148 Fahrten unter Alkoholeinfluss, die die Polizei zwischen dem 1. Juni und dem 15. Dezember verzeichnete, seien in 23 Fällen E-Scooter-Fahrer beteiligt gewesen sein.

Die anfangs nicht nur in Bonn viel geführten Diskussionen rund um die Roller und ihre Sicherheit - sie scheinen offensichtlich abgenommen zu haben, die E-Scooter haben sich als Fortbewegungsmittel etabliert. Die Verleiher „Lime“ und „Tier“ werden mit ihren grün-weißen beziehungsweise türkisen Rollern auch im kommenden Jahr zum Stadtbild gehören.

Nicht bis dahin warten müssen Lime-Kunden auf ein neues Feature des Verleihers: Was etwa in Berlin, Hamburg und Köln schon möglich ist, gilt „Lime“ zufolge ab sofort auch für Bonn: „Nutzer des Online-Kartendienstes Google Maps finden ab sofort Routenplanung mit den E-Scootern von Lime direkt in der App“, heißt es in einer Mitteilung. Android sowie IOS-Nutzer können so sehen, ob ein Elektroroller von Lime verfügbar ist, wie lange es dauert, bis der E-Scooter erreicht ist und erhalten Infos zum Preis für die Fahrt, zur Reichweite des Akkus sowie zur Gesamtfahrzeit bis zum Ziel.

Tier teilte mit, in Zukunft mit Hilfe eines neuen Scooter-Modells stärker auf austauschbare Batterien zu setzen. „Dies wird die CO2-Bilanz unserer Logistik entscheidend verbessern, da wir die Scooter dann ganz überwiegend mit Lastenfahrrädern anfahren können, um die Batterien zu wechseln. „Dies wird die CO2-Bilanz unserer Logistik entscheidend verbessern, da wir die Scooter dann ganz überwiegend mit Lastenfahrrädern anfahren können, um die Batterien zu wechseln“, teilte der Anbieter mit.