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Am Franziskus-Hospital: Eibenhecke in Bonn-Kessenich soll erhalten bleiben

Am Franziskus-Hospital : Eibenhecke in Bonn-Kessenich soll erhalten bleiben

Das Franziskus-Hospital in Kessenich darf nun unter Auflagen des Naturschutzbeirats das Denkmal beschneiden. Das Verfahren, das zu dieser Entscheidung führte, war langwierig.

In Gärten sieht man meist Eibenhecken, auch Taxushecke genannt, als gerade geschnittene und dichte Abgrenzungswände, die niedrig gehalten sind. Was aus den grünen Wänden aber werden kann, wenn sie nicht beschnitten werden, zeigte sich auf dem Grundstück des St. Franziskus-Hospitals. Hier hatten die rund 60 Tafel-Eiben noch vor zwei Jahren die beachtliche Höhe von 15 Metern erreicht. Etwas kahl geraten, ragen heute ihre Stämme in die Höhe. Sie wirken brüchig und ausgedörrt.

Das Grundstück in der Nikolausstraße 14 gehört den GFO-Kliniken Bonn. Die Geschäftsführung ließ im November 2018 die Nadelbäume stutzen und will die Hecke nun auf eine „finale Höhe“ von zwei Meter runterschneiden. Und das auch aus Sicherheitsgründen, denn das Gewicht der Eibenhecke drückt auf die davor grenzende Natursteinmauer. Die habe sich durch die Last der Bäume verformt und sei stellenweise rissig geworden, heißt es. „Laut unseres Sachverständigen könnte die Steinmauer einstürzen; in der Nikolausstraße ist auch ein Schulweg, das ist uns zu gefährlich für die Kinder“, sagt Daniela Kreuzberg, kaufmännische Direktorin der GFO-Kliniken.

Doch der Geschäftsführung sind die Hände gebunden, denn die Eibenhecke steht unter Naturschutz und darf somit nicht ohne Erlaubnis der Stadt beschnitten werden. Schon dem Rückschnitt im Herbst 2018 ging ein langjähriger Antrag von 2016 voraus, der im Juli 2018 von Ämtern und Behörden genehmigt wurde, berichtet Kreuzberg.

Jetzt steht nur noch der „finale Rückschnitt“ auf zwei Metern aus: „Seit 2018 wollen wir die Hecke weiterbearbeiten lassen; zuerst ging es nicht, weil da Vögel gebrütet haben, danach ging der Fall durch viele Ämter“, berichtet Kreuzberg das zähe Verfahren. So prüfte erneut ein städtischer Sachverständiger den Zustand von Hecke und Mauer.

Hecke muss vitalisiert werden

Er stellte fest, dass die Bäume „sehr inhomogen“ seien. Zudem sei die „Mehrzahl der Gehölze in ihrer Vitalität stark eingeschränkt“. Das würde sich auch im schwachen Triebwachstum und der geringen Benadelungsdichte zeigen, so der Sachverständigte. „Nach Inaugenscheinnahme der Außenflächen der Natursteinstützwand ist der Einfluss aus der Windbelastung erkennbar. Die Stützwand hat sich partiell infolge der Windkräfte und dem Einfluss aus dem Wurzelwerk zur Straße hin verformt“, heißt es im Bericht. Zudem wurde auch die Standsicherheit der einzelnen Bäume in der Hecke als „sehr gering“ eingestuft. Mit künftig höheren Windlasten durch den Klimawandel könnte das zum Problem werden.

Wie mit der Hecke verfahren werden soll, darüber hat der Naturschutzbeirat in einer Sitzung im Januar abgestimmt. „Der Rat hat der Kürzung auf 2 Metern zugestimmt“, erklärt Wolfgang Kehren. Die Zustimmung sei aber, so der Vorsitzende, an einige Bedingungen geknüpft, die der Grundstücksbesitzer einhalten müsse.

So soll es eine Teilentsiegelung zwischen Hecke und Gebäude geben. Zudem ist eine Vitalisierung der Hecke durch Düngung mit Bodenaktivatoren und Bittersalzen durchzuführen. Darüber hinaus soll die Natursteinmauer so saniert werden, dass das Naturdenkmal dauerhaft erhalten bleibt. „Die Hecke darf höchstens auf 1,70 Meter heruntergekürzt werden, auch müssen zweimal im Jahr Pflegearbeiten durchgeführt werden“, heißt es weiter. „Es ist meist ein langwieriges Verfahren, wenn es um Naturdenkmäler geht, wir hoffen, dass wir einen Kompromiss gefunden haben, der funktioniert“, sagte Kehren.

Die GFO-Klinken wollen die Auflagen erfüllen: „Wir sind im Austausch mit der Stadt und werden natürlich die erforderlichen Maßnahmen einleiten, es ist ja auch in unserem Interesse, dass Hecke und Mauer wieder sicher werden“, sagte Kreuzberg. Für den finalen Beschnitt fehle nur noch die Zusage der Stadt denn: „Ein Beschluss eines zuständigen Rats liegt uns nicht vor“, so die Direktorin.