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Gottfried-Kinkel-Jahr: Ein demokratisches Bankett in Endenich

Gottfried-Kinkel-Jahr : Ein demokratisches Bankett in Endenich

Gottfried-Kinkel-Jahr: Das Fest der Freiheit, das Demokraten 1849 feierten, wird bald am Originalplatz nachgespielt.

"Mit brüderlichem Sinne" feierten am 18. März 1849 die Endenicher Demokraten ein Bankett im Tanzsaal des Gasthofs Zum Heideweg. "Reden und Gesänge bekundeten die entschiedenste Freiheitsbegeisterung, die zur Unterstützung der Armen gesammelten Beiträge bewiesen, daß den Endenichern die Worte: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit vom Herzen kommen. Möchte ihr Beispiel nur überall die rechte Nachahmung finden."

Diesem Aufruf in einem Bericht der "Bonner Zeitung" über dieses Ereignis wollen Wolfgang Alt vom Poppelsdorfer Geschichtsverein und der SPD-Landtagsabgeordnete Bernhard von Grünberg nachkommen: Am Sonntag, 16. August, spielen sie dieses Bankett im Theater im Ballsaal nach, das im ehemaligen Tanzsaal des Gasthofs Zum Heideweg untergebracht ist. Das Ereignis ist Teil des Programms zum Gottfried-Kinkel-Jahr, in dem Bonn den 200. Geburtstag des gebürtigen Oberkasselers feiert.

Kinkel hatte als Redakteur der "Bonner Zeitung" vermutlich den Artikel über das Bankett selbst geschrieben, das er als Gründer des demokratischen Vereins mit ausgerichtet hatte. Der Theologieprofessor Literat, Politiker und Zeitungsmann höchstselbst - gespielt von Wolfgang Alt - empfängt ab 15 Uhr die Gäste, von Grünberg mimt den konservativen Stadtverordneten Clemens Theodor Perthes, Gründer der ersten deutschen "Herberge zur Heimat" zur Unterbringung wandernder Gesellen und Wegbereiter der Bonner Inneren Mission, dem heutigen Diakonischen Werk. Auch andere Personen aus der damaligen Zeit, unter anderem Karl Marx, werden besetzt.

Man singt Lieder aus der damaligen Zeit, es gibt einen Empfang mit Getränken und Snacks sowie natürlich ein festliches Bankett. Zwischendurch werden Briefe, Gedichte, Reden und Predigten aus den 35 Bonner Jahren des Gottfried Kinkel in Auszügen verlesen. "Wir wollen die entscheidende Zeit für die Demokratie in Bonn aufzeigen", erklärt von Grünberg. Kinkel habe dazu einen wichtigen Teil beigetragen: Er und seine Frau Johanna hätten Bonn intellektualisiert und eine "interessante Diskussionsebene" geschaffen.

Das wolle man mit dem Bankett würdigen. Zugleich wolle man Kinkels politische Gesinnung und die demokratischen Leitlinien in Erinnerung rufen. Man müsse Mitverantwortung übernehmen: "Wir brauchen immer Leute, die mitmachen", sagt von Grünberg. "Die Geschichte wäre besser verlaufen, wenn wir mehr demokratisches Bewusstsein entwickelt hätten."