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Fraunhofer-Institut: Ein neues Haus für Cybersicherheit

Fraunhofer-Institut : Ein neues Haus für Cybersicherheit

So sieht also ein Hort aus, in dem an der Aufklärung von Gefahren für die nationale Sicherheit gearbeitet wird: drei Stockwerke, Büroräume, Labore mit leistungsstarken Computern. Vor rund zwei Monaten hat der Teilumzug des Fraunhofer-Instituts für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE) von Wachtberg in die Bad Godesberger Zanderstraße 5 begonnen.

Mittlerweile haben rund 70 Angestellte ihren neuen Arbeitsplatz bezogen: ein angemietetes Haus, in dem zuletzt die Immobiliengesellschaft IVG ihren Sitz hatte. Am Mittwoch eröffnete Institutsleiter Peter Martini den neuen Standort des FKIE offiziell mit Gästen aus dem eigenen Institut, der Bonner Universität, dem Bundesforschungs- und dem Verteidigungsministerium. Letzteres ist immer noch ein wichtiger Geschäftspartner des Instituts, das 2009 aus der Forschungsgesellschaft für angewandte Naturwissenschaften hervorgegangen ist. Damals wurde es zu 100 Prozent aus dem Verteidigungshaushalt finanziert und beschäftigte sich fünf Jahrzehnte lang ausschließlich mit Fragen der Verteidigung. Dieses Verhältnis hat sich längst geändert.

60 Prozent der Aufträge betreffen heute die Verteidigung. Die zivile Nutzung macht mittlerweile einen durchaus gewichtigen Anteil des Geschäfts aus. Beispiel: Das Institut hat für den Flughafen Köln/Bonn ein Airportmanagementsystem entwickelt. Dahinter verbirgt sich ein Organisationsprogramm, das beispielsweise das Wetter analysiert und je nach Auswertung die Mitarbeiter einteilt. Oder den Gepäckfahrern über ein Tabloid mitteilt, wenn ein Flieger außerplanmäßig zu einem anderen Standplatz fahren musste. Martini: „Wir wollen dieses System weiterentwickeln und auch an andere Flughäfen verkaufen.“

Cyber-Sicherheit – also die Sicherheit in der Informations- und Kommunikationstechnik – bleibt aber ein Kerngeschäft des Instituts, das eng mit der Universität Bonn, dem in Bonn ansässigen Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der deutschen Telekom zusammenarbeitet. Im Projekt „Botman and Malware Analysis“ versuchen Wissenschaftler Hackerangriffe über Fremdcomputer zu orten und abzuschalten.

Für den Rektor der Universität, Michael Hoch, ist das ein wichtiges Zukunftsthema. Auch die Vereinten Nationen würden sich in Zukunft stärker damit auseinander setzen müssen. „Insofern denke ich, dass das Institut einen optimalen Standort gefunden hat.“

Das FKIE ist in den Jahren seit seiner Gründung vor sieben Jahren von 200 auf mittlerweile 430 Mitarbeiter stark gewachsen. Es erwirtschaftete laut Martini im vergangenen Jahr rund acht Millionen Euro. Das ist auch der Grund für die jetzige Anmietung in Bad Godesberg.

Das Institut behält seine bisherigen Räume in Wachtberg-Werthhoven am weithin sichtbaren Großradar. Dort bleiben etwa 300 Mitarbeiter.