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Kommentar zur Schließung der König-Fahad-Akademie: Ein ungutes Gefühl

Kommentar zur Schließung der König-Fahad-Akademie : Ein ungutes Gefühl

Keine islamische Einrichtung ist in Bonn so zum Symbol für das schwierige Verhältnis von Islam und westlicher Welt geworden wie die König-Fahad-Akademie.

Wurde die schlagzeilenträchtige Ergänzungsschule für Kinder aus arabischen Ländern 1995 noch als ein Baustein des internationalen Bonn begrüßt, kippte die Stimmung nach Bekanntwerden islamistischer Umtriebe Anfang der 2000er Jahre völlig.

Die Einrichtung entpuppte sich plötzlich als Anziehungspunkt für Islamisten aus ganz Deutschland, als Bühne für Hassprediger und ein Hort der Indoktrination für fundamentalistische Ideen.

Auch wenn der saudische Staat als Schulträger und die Schulleitung vor Ort – zögerlich – Einsicht zeigten und sich der Bürgerschaft öffneten, ist bei vielen Bonnern bis heute ein ungutes Gefühl geblieben.

Was trotz der Dialogbereitschaft vonseiten der Akademie nicht wundert, denn der Schulträger Saudi-Arabien ist ein Staat, in dem nicht nur die radikalste Form des Islams gelebt wird, sondern der auch die Menschenrechte mit Füßen tritt.

Kann ein solcher Schulträger Kindern demokratische Werte vermitteln?, fragen sich viele Leute zu Recht. Von daher darf man nicht überrascht sein, wenn die Bonner Bevölkerung die Schließung nicht bedauert.

Gerade in Bad Godesberg sind viele Bürger auf Krawall gebürstet, trauen sich oft nur hinter vorgehaltener Hand, ihre Kritik an Missständen zu äußern, die die Auswüchse des Medizintourismus und des radikalen Islams mit sich bringen.

Dabei vermischt sich berechtigte Kritik immer öfter mit einer gefährlichen Abneigung gegenüber Muslimen. Offene, ehrliche und sachliche Diskussionen mit diesen gibt es aber nur selten.

Apropos: Vielleicht ist die Idee eines interreligiösen Dialogzentrums – in deutscher Trägerschaft – just an der Stelle der König-Fahad-Akademie gar nicht so schlecht.