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Notizen aus B.: Eine Bürgschaft ist eine Bürgschaft

Notizen aus B. : Eine Bürgschaft ist eine Bürgschaft

Wir wussten es ja. Das World Conference Center lässt uns einfach nicht los. Ob wir wollen oder nicht. Jetzt muss die Stadt Bonn ganz schön wollen. Genauer gesagt: Sie muss wohl zahlen.

Die städtische Bürgschaft für den Sparkassen-Kredit ist laut Gericht tatsächlich eine Bürgschaft. Eine Bürgschaft ist eine Bürgschaft ist eine Bürgschaft. Wie bitte? Unsere damalige Oberbürgermeisterin hatte doch einst in einem Interview mit dem WDR versichert, es gebe keine Bürgschaft der Stadt fürs WCCB. Die Stadt müsse – wenn überhaupt – lediglich Zinsen zahlen.

Aha. Am besten ist, man verbürgt sich für nichts mehr. Und gibt die Hoffnung nicht auf. Vielleicht wird Frank-Walter Steinmeier ja doch Bundespräsident. Und Trump geht in die Wüste. Steinmeier hat mal gesagt, Politik braucht Typen wie die Rampensau, den Nachdenklichen, den eher Bauchgesteuerten und auch den, der mit Augenmaß eine gerade Furche zieht. Wie immer halten wir es in solchen Fällen gerne mit Goethe: Heute gehe ich, komm ich wieder, singen wir ganz andere Lieder. Wo so viel sich hoffen lässt, ist der Abschied ja ein Fest.

Wir nehmen jetzt erst einmal Abschied von der Hoffnung, dass sich die finanzielle Lage der Stadt in absehbarer Zeit zum Besseren wenden wird. Und das hat nicht nur etwas mit dem WCCB zu tun. Obgleich wir keinesfalls nur noch Trübsal blasen wollen. Das erste Jahr mit Oberbürgermeister Ashok Sridharan liegt hinter uns. Ohne dass wir groß was zu meckern hätten. Und das Pantheon ist endlich in Beuel angekommen. Wer später kommt, den bestraft eben nicht immer das Leben. Oder so ähnlich. Egal.

Auf keinen Fall egal ist unserem Stadtrat die Frage, wie sauber die Straßen sein sollten. Gut 30 Minuten hat er am Donnerstagabend darüber diskutiert. Bei dem Thema können schließlich alle mitreden. Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Sauberkeit ist wichtig. In jeder Hinsicht. Und am Vorschlag eines Ratsmitglieds, uns Bonner daran zu erinnern, den Müll nicht auf die Straße zu werfen, ist doch wirklich nichts auszusetzen. Wo wir gerade beim Thema sind: Die Stadt muss oft genug den einen oder anderen Karren aus dem Dreck ziehen. Wir putzen jetzt erst einmal die Platte. Und freuen uns dank Luther und Allerheiligen auf ein paar besinnliche Tage.