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Kindergarten in Bonn: Eine ganz besondere „Wundertüte“

Kindergarten in Bonn : Eine ganz besondere „Wundertüte“

Die Lebenshilfe eröffnet in einer ehemaligen Schule in der Südstadt eine inklusive Kindertagesstätte. Hier werden Kinder mit und ohne Behinderung betreut.

75 Kindergartenkinder sind ein unruhiges Publikum. Die Grußworte zur offiziellen Eröffnung ihrer Kindertagesstätte „Wundertüte“ am Montag haben sie jedenfalls nicht besonders interessiert. Bereits seit August betreut die Kindertagesstätte (Kita) in der Südstadt Kinder mit und ohne Behinderung im Alter zwischen vier Monaten und sechs Jahren.

Betrieben wird die Einrichtung von der „Lebenshilfe Bonn“, einem Verein, der 1959 von Eltern geistig behinderter Kinder und Fachleuten gegründet wurde. Das Kita-Gebäude gehört der Stadt Bonn, die es an die Lebenshilfe vermietet. „Eine Wundertüte hält viele Überraschungen bereit“, sagte Kita-Leiterin Roswitha Leyendecker-Trier.

Stadt suchte nach Betreibern

Zum einen meinte sie damit, dass in der Tagesstätte öfter mal der Strom ausfällt und es bereits einen Wasserrohrbruch gab, aber: „Auch jedes Kind hier ist mit seiner Persönlichkeit ein kleines Wunder.“ Das Haus war früher eine Schule und diente danach lange als Amtsgebäude, bevor die Stadt es zur Kita umbaute. „Ich kenne das Gebäude seit vielen Jahren und noch nie wurde es so schön genutzt wie jetzt“, sagte Udo Stein, Leiter des Amtes für Kinder, Jugend und Familie. Bereits im Juni 2015 hatte die Stadt nach geeigneten Betreibern für eine Kita gesucht.

„Das Konzept der Lebenshilfe war das beste“, so Stein. Damit lobte er auch den inklusiven Ansatz der Betreuung: Acht der 75 Kinder haben eine Behinderung. „In jeder der fünf Gruppen sind Kinder mit Förderbedarf“, so Leyendecker-Trier. „Da, wo diese Kinder Hilfe brauchen, unterstützen sie die Kolleginnen und Kollegen.“ Ansonsten seien die Kinder gut in die Gruppen integriert. Für die „Wundertüte“ arbeitet auch eine Betreuerin, die speziell für die Kinder mit Behinderung da ist. Auch eine Sprachtherapeutin und eine Physiotherapeutin können bei Bedarf ihre Hilfe in der Kita anbieten.

Trotz der kleinen Probleme im Haus lobte Lebenshilfe-Geschäftsführer Andreas Kimpel die Zusammenarbeit mit der Stadt: „Diese Kita zeigt, mit welchen hohen Standards die Stadt baut.“ Auch Amtsleiter Stein zeigte sich mit der Arbeit der Lebenshilfe zufrieden. „Und wir werden noch etliche Kindergärten bauen“, so Stein, da noch viele Kinder unterzubringen seien.