Frauenrechtsvereinigung Femnet : Einkaufsführer für sozialverträgliche Kleidung vorgestellt
BONN Nach den tragischen Unfällen in Textilfabriken wie in Bangladesch oder im italienischen Prato rücken die unmenschlichen Arbeitsbedingungen und die Ausbeutung der Arbeiter immer mehr in den Blick der Öffentlichkeit.
Ein Thema mit dem sich die gemeinnützige Frauenrechtsvereinigung Femnet schon seit Jahren auseinandersetzt und mit vielen eigenen Konzepten und in Koordination mit verschiedenen Hilfsorganisationen sowohl im In- als auch im Ausland für Aufklärung sorgt.
Nun wurde unter der Leitung von Gisela Burckhardt, Vorstandsvorsitzende von Femnet, ein besonderes Projekt vorgestellt, mit dem nun die Verbraucher direkt angesprochen und zum bewussteren Einkaufen von fairer und naturbelassener Kleidung angeregt werden sollen.
Mit der Broschüre "Fair, fair, fair sind alle meine Kleider" erhalten Leser eine Übersicht über die wichtigsten Siegel und Standards im Bekleidungssektor und gleichzeitig werden mehr als 58 verschiedene Geschäfte und Unternehmen im Bonner Raum vorgestellt, die sozialverträgliche und ökologisch hergestellte Kleidung ganz oder auch nur in Teilen in ihrem Sortiment anbieten.
Die Idee dazu entstand bereits Anfang des Jahres und wurde während der Fairen Wochen in Bonn im September vorgestellt, woraufhin sich eine kleine Gruppe aus rund 15 Personen zusammenfand und - dank der Unterstützung durch die Stadt Bonn, Engagement Global und Verdi Bezirk NRW-Süd - den Einkaufsratgeber auf den Weg brachte.
Das Interesse ist groß, wie sich bei der Präsentation im Gobelinsaal im Alten Rathaus zeigte, mussten doch nachträglich weitere Stühle aufgestellt werden. Vor mehr als 120 Besuchern überreichte Burckhardt die Broschüre feierlich an Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch, der lobende Worte für das Engagement der zahlreichen Ehrenamtlichen fand und betonte, dass Bonn als Sitz der Vereinten Nationen mit derartigen Projekten eine besondere Vorbildfunktion innehabe.
Auf der Podiumsdiskussion fanden die Gäste Mark Starmanns (Vertreter der Internetplattform "Get changed!"), Elke Schilling (Teilhaberin von Alma & Lovis) und Ronald Manderscheid (Geschäftsleiter SinnLeffers) kritische, aber auch offene Worte über das mangelnde Interesse an den Möglichkeiten öko-fairer Mode und deren Hintergründen - gerade in den heranwachsenden Generationen. Da werde in den kommenden Jahren weiterhin eine umfassende Aufklärung nötig sein, erste Schritte geht das Netzwerk "Get changed!" in diese Richtung, das mit seiner Plattform und den sozialen Medien die jüngeren Konsumenten erreicht.
Ein besonderer Höhepunkt war die Modenshow, an der sich besonders zeigte, dass "fairer Handel und Mode heutzutage keine Gegensätze mehr sind", so die Landtagsabgeordnete Renate Hendricks (SPD), die auch aus persönlichem Interesse anwesend war. Von lässig bis extravagant, von Businessmode bis Freizeitlook wurden Outfits vorgestellt. Auch für Alexandra Schultz und Ina Schäffer, Doktorandinnen der Geographie, brachte der Abend neue Impulse und dank der Broschüre auch neue Einkaufsideen, die nun in den Freundeskreis getragen werden sollen.
Die Broschüre
Mit der Broschüre "Fair, fair, fair sind alle meine Kleider" möchte der Verein Femnet (Feministische Perspektiven auf Politik, Wirtschaft & Gesellschaft) den Bonnern die Möglichkeiten der sozialverträglichen und ökologisch hergestellten Kleidung näherbringen. Kernpunkt ist die Vorstellung der Geschäfte und Unternehmen mit fairem und ökologischem Textilangebot.
Der Ratgeber enthält zudem umfassende Hintergrundinformationen über Arbeitsbedingungen, Produktionsketten und eine Darstellung der heute verwendeten Produktsiegel. Die kostenfreie Broschüre liegt im Femnet-Büro, Quantiusstraße 8, aus und kann auf der www.femnet-ev.de heruntergeladen werden. Auf Anfrage kann der Ratgeber auch zugeschickt werden.