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Einstimmung Entscheidung für den Umzug des Stadtarchivs in den Altbau. Sanierung und zwei Neubauten bis 2024 geplant

Kosten von rund 29 Millonen : Stadtarchiv zieht in die Bonner Pestalozzischule um

Der Stadtrat hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, letztlich aber gab er doch grünes Licht: Das Stadtarchiv kann in die Pestalozzischule ziehen – Umbau und Erweiterung des denkmalgeschützten Gebäudes inklusive. Kosten: rund 29 Millionen Euro.

Bedenken hat es noch einige gegeben, Bauchschmerzen wohl auch ein paar: Letztlich hat der Stadtrat aber der weiteren Planung zum Umzug des Stadtarchivs in die denkmalgeschützte Pestalozzischule an der Budapester Straße gegenüber dem Stadthaus einstimmig zugestimmt. Als Dringlichkeitbeschluss hatte die Verwaltung den Umbau samt zwei Neubauten in direkter Nähe für rund 29 Millionen Euro eingebracht. Zuletzt hatte Stadtarchivleiter Norbert Schloßmacher in der Mai-Sitzung des Kulturausschusses eindringlich gebeten, der Vorlage zuzustimmen. Erinnert hatte er an der Stelle ein weiteres Mal daran, dass der erste Wassereinbruch in Archivräume unter der Stadthaustiefgarage mittlerweile 13 Jahre zurückliege. Weitere folgten.

Die Verwaltung hatte für die Sitzung Antworten auf eine ganze Reihe von Fragen der Jamaika-Koalition zusammengetragen. Unter anderem hieß es darin, das Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland könne nicht ausschließen, dass römische Gräber im Umfeld der Schule zu finden sind, im Bereich des Baufeldes sei aber nicht von solchen Funden auszugehen. Nach dem nun gefassten Beschluss könne die Stadt die Genehmigungsplanung auf den Weg bringen, frühester Baubeginn wäre in der zweiten Jahreshälfte 2021. Die Bauzeit werde zwei bis drei Jahre betragen. Der Leiter des Städtischen Gebäudemanagements, Lutz Leide, erklärte den Ratspolitikern: „Der Boden ist so gut untersucht, dass wir keine Bedenken haben, dass ähnliches passieren könnte wie bei der Beethovenhalle.“ Dort hat der zu Baubeginn schlecht untersuchte Untergrund zu einem erheblichen Maß zu Mehrkosten der Sanierung geführt.

Politik spricht sich gegen weitere Verzögerungen aus

Zu Beginn der Ratssitzung äußerte Brigitta Poppe-Reiners (Grüne) den Wunsch ihrer Fraktion, die Planung ein weiteres Mal zu vertagen, auch um zu prüfen, ob sich nicht ein höherer Energiestandard realisieren ließe. Johannes Schott vom Bürger Bund Bonn sagte: „Ich kann die Aspekte der Grünen teilweise nachvollziehen. Jetzt wieder eine Vertagung? Dann sehe ich in diesem Jahr keinen Beschluss mehr.“ Auch drang Jürgen Repschläger, Ratsherr für die Linksfraktion, auf eine Entscheidung: „Wir verstoßen seit Jahren gegen das Archivgesetz, das uns als Stadt dazu anhält, unsere Archivalien zu schützen.“ Auch CDU, SPD und FDP wandten sich gegen eine weitere Verzögerung.

Schloßmacher nahm die Redebeiträge von der Zuschauertribüne im Brückenforum wohlwollend zur Kenntnis und sagte anschließend: „Wir sind einen entscheidenden Schritt weitergekommen.“