Bonner Bäder Eintrittspreise sollen um 2,10 Euro steigen - oder ein Hallenbad macht dicht

BONN · Die Stadt Bonn hat die Katze aus dem Sack gelassen, wie es mit den Bonner Bädern weiter gehen soll. Sie will die Bürger über zwei Alternativmodelle abstimmen lassen - entweder höhere Eintrittspreise oder die Schließung eines Hallenbades in Kauf zu nehmen. Bei Variante eins droht ein Preishammer.

Denn für den Fall, dass die Bürger sich zur Zahlung eines so genannten "Bädersoli" entscheiden, um alle Hallenbäder im Bestand zu sichern, würde dieser 2,10 Euro hoch sein. Will heißen: Die Bürger müssten zusätzlich zum normalen Eintrittspreis (derzeit 4 Euro für Erwachsene) noch einmal 2,10 Euro zahlen - eine Verteuerung um mehr als 50 Prozent.

Diese Mehrkosten würde nicht nur Hallenbadbesucher, sondern auch Freibadgäste treffen, so der Plan. Würde man diese davon ausnehmen und nur Hallenbad-Nutzer zur Kasse bitten, müsse der "Soli" sogar 5,40 Euro hoch sein.

Die Alternative: Ein Hallenbad müsste schließen, wobei den Bürgern nur das Kurfürstenbad in Godesberg und die Halle des Hardtbergbades zur Auswahl angeboten werden sollen. Die beiden anderen Hallenbäder sind außen vor, so die Planung des Sportamtes: das Frankenbad, weil es unter Denkmalschutz steht, und die "Beueler Bütt", weil es das einzige Hallenbad auf der rechten Rheinseite ist und kein Sanierungsstau besteht.

Problem beider Lösungen: Man muss damit rechnen, dass die Besucherzahlen in den Keller gehen. Gutachterin Kim Adam glaubt, bei einer gravierenden Verteuerung ("Bädersoli") würden 20 Prozent der Badegäste wegbleiben, weil die Eintrittspreise im Vergleich zu Mitbewerbern für das Angebot zu hoch und nicht marktgerecht sind. Auch bei Schließung eines Hallenbades würden die Leute weglaufen: um bis zu 25 Prozent, je nachdem welches Bad es trifft. Hinzu kommt: Auch bei dieser Variante ist eine leichte Erhöhung der Preise vorgesehen, nämlich um 20 Cent.

Die günstigste Variante wäre, das Frankenbad zu schließen. Dann müsste die Stadt in den nächsten Jahren nicht 33 bzw. 31 Millionen Euro für Sanierung, Erweiterung und Attraktivierung der beiden anderen Bäder in die Hand nehmen, sondern "nur" 26 Millionen. Gleichwohl steht der Denkmalschutz dagegen. Zwar könne die Badnutzung aufgegeben werden, trotzdem müsse das Gebäude unterhalten werden, so das Argument der Stadt.

Außerdem lässt ein Satz der Bäderverwaltung aufhorchen, wenn ein Bonner Hallenbad geschlossen wird: "Nicht erreicht wird (dadurch) eine dauerhafte Senkung des Gesamtzuschusses für die städtischen Bäder." Auch die andere Variante schneidet nicht besser ab, im Gegenteil: Werden die Preise um 2,10 Euro erhöht, dürfte der Zuschussbedarf sogar steigen, weil die Besucherzahlen zurückgehen.

Auch die Art und Weise, wie die Bürger darüber mitentscheiden sollen, dürfte noch für Diskussion sorgen: Die Stadtverwaltung will mit 2500 ausgewählten Bonnern Telefon-Interviews machen. Was das kostet, kann sie noch nicht sagen. Eine seriöse Schätzung sei erst nach Beratung und Vorplanung möglich, hieß es. Ob die politischen Gremien dem Vorschlag der Stadt folgen, entscheidet am 21. März der Sportausschuss. Die Fraktionen beginnen nächste Woche mit den internen Beratungen darüber.

Fragen an die Bürger

1. "Sind Sie für den Erhalt aller Hallenbäder am jeweiligen Standort und bereit, für deren Sanierung zusätzlich zum normalen Eintrittspreis 2,10 Euro zu zahlen? (Wenn nicht:) Welches Hallenbad sollte schließen (Hardtbergbad oder Kurfürstenbad?)

2. Sind Sie dafür, durch die Attraktivierung von zwei Hallenbäder die Bäderlandschaft qualitativ zu verbessern, wobei ein bestehenden Hallenbad schließen müsste?

Welches sollte es sein (Hardtbergbad oder Kurfürstenbad?)