Wohnhaus am Wandersleb-Ring Endenicher ärgern sich über Höhe und Umfang des "Klotzes"

ENDENICH · Als massiven Klotz empfinden viele Endenicher den Neubau, der zurzeit an der Ecke Endenicher Straße/Hermann-Wandersleb-Ring entsteht. Sie fragen sich, wie es dazu kommen konnte, dass dieser Bau, der über alle anderen Gebäude hinausragt, genehmigt werden konnte. Der Neubau ist der Stadt zufolge als Mehrfamilienhaus geplant.

 Für zu hoch und zu klotzig halten viele Endenicher den Neubau auf der Ecke Endenicher Straße/Hermann-Wandersleb-Ring.

Für zu hoch und zu klotzig halten viele Endenicher den Neubau auf der Ecke Endenicher Straße/Hermann-Wandersleb-Ring.

Foto: Volker Lannert

Den Ärger der Endenicher, denen das Gebäude viel zu groß erscheint, kann Bernhard Wimmer (Bürger Bund Bonn) gut verstehen. "Ich frage mich ernsthaft, ob in diesem Fall noch von 'Bauordnung' die Rede sein kann." Hier sei ohne Gespür und Rücksicht auf Besonderheiten und Ansprüche des benachbarten dörflichen Ortskerns ein Bauvorhaben genehmigt worden, das sich in Höhe und Massivität überhaupt nicht in die Umgebung einpasse. "Das bleibt für Endenich ein Fremdkörper, an dem man auf Dauer Anstoß nehmen wird", kritisiert Wimmer.

Der 1985 rechtskräftig gewordene Bebauungsplan, der entlang der Endenicher Straße ein besonderes Wohngebiet mit dreigeschossiger Bauweise vorsah, sei 2006 mit der Begründung aufgehoben worden, nicht mehr den städtebaulichen Zielen zu entsprechen.

Der Neubau müsste sich daher nach Paragraf 34 Baugesetzbuch an die Umgebungsbebauung anpassen, so Wimmer. Aus Sicht des Bürger Bundes fügt sich das umstritten Gebäude jedoch in mehrfacher Hinsicht nicht in die Umgebung ein. Der Baukörper verfüge im Vergleich zum direkten Umfeld über mehr als drei Geschosse, besitze ein Staffelgeschoss mit Pultdach statt des ortsüblichen Satteldachs und überrage die umstehenden Häuser deutlich.

Auch der Endenicher Stadtverordnete Rolf Beu (Grüne) bemängelt eine "extreme" Höhe und Massivität des Gebäudes. Obgleich er es sehr begrüße, dass das Grundstück, das einmal als Platz für einen Gebrauchtwagenhändler genutzt wurde, jetzt endlich bebaut worden sei. Kritisch müsse aber festgestellt werden, dass im Erdgeschoss des Neubaus kein Ladengeschäft zur Stärkung der Endenicher Ortsmitte vorgesehen ist. Es sei leider die Chance vertan worden, ein angemessenes Eingangstor für die Endenicher Orts-mitte zu schaffen.

Dieter Behrenbruch (CDU) versteht die Kritik der Bürger ebenfalls. Positiv findet er aber, dass "nach all den Jahren ein Schandfleck durch die Baumaßnahme verschwunden ist und so dringend - auch in Endenich - benötigter Wohnraum geschaffen wird".

Auf Nachfrage bei der Stadt hieß es, das Gebäude sei 2009 mit einem positiven Vorbescheid belegt worden und dieser sei von da an immer wieder verlängert worden. 2013 sei das Projekt dann genehmigt worden. Das Gebäude sei im Rahmen des Paragrafen 34 geprüft und von allen Beteiligten in seiner Größen- und Höhenentwicklung als sich einfügend analysiert und bewertet worden. "Ob sich etwas einfügt oder nicht, kann durchaus - aus einer individuellen Sicht - unterschiedlich bewertet werden", so die Stellungnahme weiter. Heißt: Aus Sicht der Stadt gibt es am Neubau nichts auszusetzen.

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