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Kommentar zu den OB-Absagen: Endlich weniger Zurückhaltung

Kommentar zu den OB-Absagen : Endlich weniger Zurückhaltung

Es ist verständlich, dass die Mitbewerber um das OB-Amt in Bonn sich über die ursprüngliche Ansage Ashok Sridharans geärgert haben, an Wahlveranstaltungen vorerst nicht teilnehmen zu wollen, kommentiert GA-Redakteurin Lisa Inhoffen.

Na endlich, könnte man meinen, geht mit dem Offenen Brief der Oberbürgermeister-Kandidatin der Grünen, Katja Dörner, an Amtsinhaber Ashok Sridharan (CDU) der Wahlkampf in Bonn los. Viel zu lange mussten sich die Kandidaten wegen der Corona-Krise zurückhalten.

Schließlich hatten die Menschen in der Zeit des Lockdowns andere Sorgen, als sich auf Wahlkampfdebatten einzulassen. Allein OB Sridharan war in dieser Zeit qua Amt omnipräsent. Das ist kein Vorwurf. Aber es ist verständlich, dass seine Mitbewerber sich über seine ursprüngliche Ansage geärgert haben, an Wahlveranstaltungen vorerst nicht teilnehmen zu wollen. Sein Hinweis auf die Corona-Regeln war dünn, denn eigentlich ist es kaum vorstellbar, dass Veranstalter sich nicht an die strengen Hygiene-Vorschriften und Abstandsregeln halten werden. Andernfalls würden sicherlich auch alle anderen Kandidaten ihre Teilnahme verweigern. Denn es ist davon auszugehen, dass auch sie durchaus um die Verantwortung für die eigene Gesundheit und die der anderen Teilnehmer wissen.

Inzwischen hat der OB seine Äußerungen relativiert. Alles andere hätte man auch nicht verstanden oder ihm gewissermaßen als Arroganz auslegen können. Man darf also auf die eine oder andere öffentliche Auseinandersetzung – auch mit dem Amtsinhaber – über die heißen Themen in dieser Stadt gespannt sein. Und davon gibt es genügend.