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Ermekeilkaserne in der Südstadt: Epochale Hemmung

Ermekeilkaserne in der Südstadt : Epochale Hemmung

Es hat keine Verhandlungsgespräche über den Kauf der Ermekeilkaserne gegeben. Schon diese Nachricht hätte bei den Politikern eigentlich einen Sturm der Entrüstung auslösen müssen.

Nachdem der Stadtrat bereits vor fast drei Jahren den Weg für den Kauf der prachtvollen Immobilie in der Bonner Südstadt freigemacht hatte, nachdem etliche Werkstattgespräche und Informationsveranstaltungen stattgefunden haben, nachdem das Verfahren um einen Bebauungsplan für das 2,5 Hektar große Gebiet eingeleitet worden ist, haben zwischen den Zuständigen der Stadtverwaltung und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben also noch keine Gespräche stattgefunden?

Dabei, so hieß es stets, sei die Entwicklung dieses besonderen Standorts doch eines der wichtigsten Projekte der Innenstadt. Ob die Forderung von 13 Millionen Euro die Verwaltung in Schockstarre versetzt hat? Immerhin hatte die Stadt den politischen Auftrag, alles daran zu setzen, den Kaufpreis herunterzuhandeln.

Abschied von den Plänen

Man mag der Stadt zugutehalten, dass sie angesichts der Flüchtlingsthematik – auch in der Ermekeilkaserne – erst einmal andere Prioritäten setzt. Dennoch: Angesichts dessen, dass die Frist für das Erstzugriffsrecht, wie es so schön im Beamtendeutsch heißt, Ende 2015 abgelaufen ist, war ihre Untätigkeit schon ein ziemliches Wagnis.

Oder hat die Linksfraktion Recht, dass sich die Stadt von ihren ehrgeizigen Plänen verabschiedet hat? Und wieso hält sich die Politik in der Frage so zurück? Diese epochale Hemmung ist unverständlich. Die Initiative, die sich so rührig um das Thema kümmert, braucht Zuspruch.