1. Bonn
  2. Stadt Bonn

Ersatz für das Bonn-Fest: Verein City-Marketing veranstaltet Rallye

Bühnenprogramm nicht möglich : City-Marketing ersetzt das Bonn-Fest durch eine Rallye

Das traditionelle Bonn-Fest Ende September fällt in diesem Jahr wegen Corona aus. Doch untätig bleibt der Veranstalter nicht: Stattdessen plant City-Marketing an dem Wochenende eine Bonn-Rallye. Auch zum verkaufsoffenen Sonntag gibt es Neuigkeiten.

Das traditionelle Bonn-Fest Ende September fällt in diesem Jahr wegen Corona aus. Doch untätig bleibt der Veranstalter, der Verein City-Marketing, nicht: Stattdessen plant der Vorstand an dem Wochenende eine Bonn-Rallye. Beibehalten wird allerdings der verkaufsoffene Sonntag.

Maike Reinhardt ist die Freude an ihrer Stimme am Telefon deutlich anzumerken, als sie von den aktuellen Plänen für das Wochenende 26./27./28. September berichtet. Denn die Gewerkschaft Verdi hat dem groben Konzept, das bisher auf dem Tisch liegt, zugestimmt und damit auch dem verkaufsoffenen Sonntag, sagt die ehrenamtliche Geschäftsführerin von City-Marketing. In der Vergangenheit hatte Verdi stets versucht, verkaufsoffene Sonntage zu verhindern. Teils mit Erfolg.

„Wir sind natürlich nach all den Problemen durch die Corona-Krise froh, dass wir jetzt Planungssicherheit haben“, freut sich Reinhardt. Der Titel „Bonn-Fest“ werde aber bewusst nicht genutzt, um keinen falschen Eindruck zu erwecken. „Ein Bonn-Fest wie vor Corona mit Bühnenprogramm können wir wegen der Hygienebestimmungen gar nicht durchführen“, erklärt Reinhard. Man könne in der engen Innenstadt keine Bühne aufbauen, wo sich Menschen in aller Regel dicht an dicht davor drängen würden. „Das können wir nicht verantworten.“

Deshalb soll es eine Bonn-Rallye geben, bei der Beethoven im Mittelpunkt stehen solle. Schließlich sei ja 2020 das Beethoven-Jubiläumsjahr, von dem durch Corona leider bisher nicht viel zu erleben war. „Wir überlegen uns viele schöne Dinge, die man bei der Rallye in kleinen Gruppen erleben kann“, so Reinhard. Natürliche gebe es auch viele Preise zu gewinnen.

Außerdem plane City-Marketing, den sogenannten Euromarché auf dem Münsterplatz zu veranstalten. Daran sollen Händler aus verschiedenen europäischen Ländern teilnehmen dürfen, um ihre Produkte anzubieten. Überlegt werde auch, auf dem Marktplatz eine Kinderwelt mit Hüpfburg und Spielangeboten über das Wochenende zu organisieren. Eine weitere Besonderheit im Programm könnte ein Handwerkermarkt auf dem Friedensplatz sein, auf dem sich klassische Handwerksbetriebe präsentieren könnten. „Das ist aber noch in der Überlegung. Wir sind noch in der Findungsphase“, so Reinhardt. Sie sei derzeit erst einmal dabei, für alle Angebote an dem Wochenende ein Hygienekonzept zu erarbeiten, das der Verein der Stadt vorlegen müsse. Reinhard: „Denn ohne das geht es nicht“.

Britta Munkler, bei Verdi zuständig für die Sonntagsöffnungen von Geschäften, betonte auf GA-Nachfrage, Verdi sei grundsätzlich nach wie vor gegen die Sonntagsöffnung von Läden. Aber wenn die Veranstaltung der geltenden Rechtsverordnung des Landes zur Sonntagsöffnung entspreche, könne Verdi sie nicht verhindern. „Das ist hier der Fall“, so Munkler. „Wir achten aber strikt darauf, dass bei den Sonntagsöffnungen die Mitarbeiter der Geschäfte nur freiwillig arbeiten und nicht unter Druck gesetzt werden.“

Auf Nachfrage, ob die Gewerkschaft wegen der Corona-Krise die Frage der Sonntagsöffnung etwas großzügiger auslege, antwortete die Gewerkschafterin mit einem klaren Nein. „Wie gesagt, es gibt die Rechtsverordnung des Landes, nach der bestimmte Kriterien erforderlich sind, um einen verkaufsoffenen Sonntag durchzuführen. Wenn die erfüllt sind, gehen wir nicht dagegen vor.“ Munkler ist indes überzeugt, dass die Menschen im Augenblick insgesamt weniger konsumieren. „Es sind viele in Kurzarbeit und haben dadurch weniger Geld.“