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Rheinauen-Flohmarkt: „Es gibt keine fremden Kinder“

Rheinauen-Flohmarkt : „Es gibt keine fremden Kinder“

Stöbern, Schlendern, Spenden – beim Rheinauen-Flohmarkt konnten Besucher dieses Mal auch etwas für den guten Zweck tun. Immer wieder hielten Leute an und blickten auf das Schild, auf dem zu lesen war „Helfen macht glücklich“ sowie „Danke“ auf Deutsch und Russisch.

Der Hintergrund der Spendenaktion: Im Alter von zweieinhalb Jahren wurde bei dem russischen Jungen Matvey in der Brust ein Keimzellentumor diagnostiziert. In seiner Heimat nahe Krasnojarsk wurden sämtliche Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft, der Weg führte den mittlerweile vierjährigen Matvey und seine Mutter schließlich in die Kölner Kinderklinik. Die Gesamtkosten für Operation und weitere Chemotherapien belaufen sich auf rund 200 000 Euro. Um die Behandlungskosten zu stemmen, rief die Familie eine Spendenaktion ins Leben. Durch private Spenden und karitative Organisationen kam bereits einiges zusammen, doch noch sind rund 70 000 Euro zu bezahlen.

Aufmerksamkeit erzeugen

Um weitere Spenden zu sammeln, trafen sich Natalja Ewert und elf weitere Helfer in den vergangenen Wochen immer wieder, um mit einem Verkaufsstand beim Rheinauen-Flohmarkt auf das Hilfsprojekt aufmerksam zu machen. „Wir hatten großes Glück. Nachdem wir dem Veranstalter unser Anliegen erklärt haben, ist uns die Standgebühr erlassen worden, sodass der komplette Erlös Matvey zu Gute kommt“, sagte Ewert. Verkauft wurden Sachspenden aus dem Freundes- und Bekanntenkreis der Gruppe.

Manch einer schaute erst skeptisch auf den liebevoll gestalteten Aufsteller, doch nach einer kurzen Erklärung zu Krankengeschichte und Anlass rundeten viele ihre Preise beim Bezahlen auf. Auf sechs Metern konnte man von Schallplatten über Spielzeug und Klamotten etliches erstehen. Eine Besucherin deckte sich am Stand mit Kuchen und Getränken ein. „Ich arbeite selbst in einem Kinderhospiz und weiß, wie viel Dramatik hinter solchen Geschichten steckt. Das ist ein unglaublich wichtiges Thema“, sagte sie. Immer wieder wechselte Geld den Besitzer und die kleine blau-funkelnde Spendenbox füllte sich.

Alle Kinder brauchen Hilfe

Der Hauptgedanke der Gruppe ist: „Es gibt keine fremden Kinder auf der Welt, denen wir gleichgültig gegenübertreten können.“ Die Nähe zum Kölner Kinderkrankenhaus hatte Natalja Ewert und die restlichen engagierten Helfer zusammengebracht. „Schließlich macht es unsere Welt ein klein wenig schöner, wenn jeder etwas für den anderen macht“, fasst Ewert zusammen.