Vor den Europawahlen Europatag in Bonn informiert vielseitig über die EU

Bonn · Bald sind Europawahlen. Grund genug, sich vorab mit der Arbeit der EU und dem Thema Europa zu beschäftigen. Beim Europatag am Samstag informierten rund 40 Aussteller, was Europa für sie und die Bevölkerung bedeutet.

 Zahlreiche Besucher und Besucherinnen informierten sich beim Europatag auf dem Marktplatz.

Zahlreiche Besucher und Besucherinnen informierten sich beim Europatag auf dem Marktplatz.

Foto: Chantal Dötsch

Unter dem Motto „Demokratie feiern, Zukunft gestalten“ feierte die Stadt Bonn mit etlichen Besuchern am Samstag den Europatag auf dem Marktplatz. Bereits vor der offiziellen Eröffnung durch Oberbürgermeisterin Katja Dörner und Dr. Stefan Lock, Leiter der Regionalvertretung der Europäischen Kommission in Bonn, lockte das bunte Programm die ersten Gäste vor das Alte Rathaus. Denn neben der Information rund um Europa an den Ständen der fast 40 Aussteller kam der Unterhaltungsaspekt durch das multikulturelle Musikprogramm, Kinderbelustigung und verschiedene interaktive Angebote nicht zu kurz.

Trotzdem war der europäische Gedanke stets präsent, was bei Weitem nicht nur an der Verteilung von Europaflaggen und -luftballons lag. Insbesondere die aktuelle weltpolitische Lage und die bevorstehenden EU-Parlamentswahlen im Juni rücken das Thema Europa zusehends in den Fokus, wie auch Dörner in ihrer Ansprache deutlich machte. Die EU habe in Europa Stabilität, Frieden und Wohlstand gefördert, das müsse gefeiert werden. „Doch diese Werte sind nicht selbstverständlich – und wichtiger als je zuvor“, so die OB. Der Europatag solle über die Arbeit der EU von und für Europa informieren. In welchen vielfältigen Bereichen diese Arbeit stattfindet, berichteten die Aussteller aus erster Hand.

Denn neben Parteien und Stiftungen waren auch sehr viele Initiativen und Fördervereine vertreten. Sehr viele Interessierte zog der Stand der Umweltinitiative Parents for Future Bonn an, was vor allem einer kreativen Idee geschuldet war: der interaktiven Bodenzeitung. „Unsere Idee war: Was kann man im Kleinen tun? Und diese Denkanstöße zeigen wir den Besuchern“, erklärte Claudia Dach von Parents for Future das Konzept und freute sich, dass das Angebot offensichtlich sehr gut angenommen wurde. Denn mit verschiedenfarbigen Holzklötzen konnten die Besucher markieren, welche Veränderungen sie im Alltag annehmen und welche sie ablehnen würden. Für die Initiative hört Klimaschutz nämlich nicht an Ländergrenzen auf: „Wir wollen deutlich machen, wie wichtig es ist, in Sachen Klimaschutz zusammenzuarbeiten. Gemeinsam in Europa kann man mehr erreichen“, so Dach.

Wenige Meter entfernt zeigte sich ebenfalls der europäische Gemeinschaftsgedanke, wenn auch in anderer Form: Der Ortsverein Ukrainer in Bonn informierte über seine Integrationsarbeit und stellte zudem ein neues Projekt in Bonn vor – die ukrainische Sonntagsschule in Bad Godesberg. „Die Kinder sollen sich integrieren, dabei brauchen sie aber unsere Unterstützung“, erklärte Lehrerin Viktoriya Prognimak. Am Wochenende sollten die Kinder Geflüchteter sowie bereits länger in Deutschland lebende zusammenkommen und sich gegenseitig helfen, Deutsch zu lernen beziehungsweise ihr Ukrainisch zu verbessern. Warum sie ihr Projekt gerade am Europatag vorstellten, war für Leiter Oleksii Nazarenko keine Frage: „Die Ukraine befindet sich im Herzen von Europa“, sagte er und ergänzte: „Europa bedeutet Frieden und Freiheit – und das wünschen wir uns auch wieder für die Ukraine!“

Mit dem Thema Integration beschäftigt sich im weitesten Sinn auch die Maler- und Lackierer-Innung Bonn/Rhein-Sieg. Mit ihren kreativen Angeboten lockte ihr Stand viele Menschen an: Hier konnten die Besucher Bilder zum Thema Europa malen und vorgefertigte Motive wie Friedenstauben oder Eichhörnchen vergolden und versilbern. Dadurch wollte Ulrich Bogusch, stellvertretender Obermeister der Innung, nicht nur Werbung für seinen Beruf machen, sondern auch auf eine für das Handwerk bedeutende Thematik hinweisen: „Bei der Anerkennung der verschiedenen Abschlüsse ist noch Handlungsbedarf, damit Fachkräfte aus der gesamten EU auch bei uns entsprechende Berufschancen haben“, machte er auf ein noch zu lösendes Problem in Europa aufmerksam, das viele Menschen mit ausländischem Bildungsabschluss in Deutschland betrifft. „Wünschen würden wir uns im Handwerk, wenn Chancengleichheit in der Ausbildung in ganz Europa herrschen würde.“

Es bleibt also noch weiterhin viel in Europa zu tun. Wie es mit diesen Themen weitergeht, das kann jeder auch ein wenig bei der Europawahl mitentscheiden.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort