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Evangelischer Kirchenkreis in Bonn: "Danke" sagen an der Kreuzkirche

Besondere Aktion an der Kreuzkirche : Viele Bonner sagten einfach mal „Danke“

Der Evangelische Kirchenkreis in Bonn lud zum "Dankesagen“ vor der Kreuzkirche in der Nähe des Hofgartens ein. Viele Bonner nutzten das Angebot.

In Großbuchstaben leuchtete das Wort „Danke“ am Samstag vor der Kreuzkirche. Im Vorfeld des Erntedankfestes hatte die Evangelische Kirche in Bonn einen Aktionstag unter dem Motto „Einfach Danke“ organisiert und lud Passanten spontan ein, sich für Personen und Erfahrungen zu bedanken, die ihnen in der letzten Zeit gutgetan haben.

„Ein einfaches Danke hat die Kraft, die Welt zu verändern, es rettet einen schlechten Tag und zaubert ein Lächeln auf das Gesicht unseres Gegenüber“, sagte Pfarrer Tobias Wieczorek vom Evangelischen Kirchenkreis Bonn, der gemeinsam mit Pfarrer Martin Engels und Martina Baur-Schäfer die Aktion begleitete. „Danke!“ sei nicht nur die kürzeste Form, Anerkennung zu zeigen, „es ist auch das kürzeste Gebet. Und es hat einen positiven Effekt auf unser Miteinander und auch für uns selbst“, so Wieczorek. Die Passanten konnten mit Kreide ihre ganz persönliche Dankesbotschaft großflächig auf den Platz schreiben und anschließend ein Foto machen. Die Evangelische Kirche verteilte zudem Postkarten mit unterschiedlichen Bildmotiven, die an Freunde und Verwandte versendet werden konnten.

„Danke“-Idee der Gemeinde kommt gut an

„Viele bleiben begeistert stehen und finden die Idee schön. Man sieht sofort bei den Leuten, wie sie überlegen, wem sie eine Karte schicken könnten. Wir freuen uns, dass die Aktion so gut angenommen wird“, sagte Wieczorek. Sam Heilen (23) kniete vor den blauen Großbuchstaben und malte mit Kreide einen Namen auf die Pflastersteine. „Ich bedanke mich bei meinen Freunden und Arbeitskollegen, denn egal wie schwierig es privat oder auf der Arbeit ist, ich kann mich zu hundert Prozent auf sie verlassen“, sagte der Gesundheits- und Krankenpfleger. Im Alltag bedankt sich der Bonner häufig. „Vielleicht auch um zu kompensieren, dass es in der Gesellschaft wenig Wertschätzung für Leistung gibt.“ Dankbarkeit zu zeigen sei aber sehr wichtig, denn es löse beim Gegenüber einen positiven Effekt aus, sagte Heilen.

Am Abend noch ein Wochenschlussgottesdienst

Merle Kirscht (46) war ihrer Tochter sehr dankbar: „Ich habe gestern mein Portemonnaie in einer Raststätte liegen lassen und meine Tochter hat heute dort angerufen und es ausfindig machen können“, freute sich die Juristin. Häufig bedankt sie sich im Alltag automatisch. „Meistens meine ich es dann auch ernst und bin mir bewusst, was das gegenüber für mich getan hat“, sagte Kirscht. Meist erntet sie ein Lächeln für die Wertschätzung. Natalie Haller (28) war am Samstag in der Kreuzkirche zu einer Hochzeit eingeladen. Die Düsseldorferin war dankbar, dass die Zeremonie überhaupt stattfinden konnte und alle an ihr teilnehmen durften. „Ich danke am meisten aber meiner Familie, weil sie immer für mich da ist. Menschen, die häufig um einen herum sind, dankt man einfach zu selten“, sagte Haller.

Im Alltag sei ein „Danke“ oft auch als „Floskel“ zu sehen. "Dass man es wirklich ernst meint, sagt man viel zu selten“, meinte Haller. Sie nahm sich vor, nun mehr darauf zu achten: „Es ist eigentlich sehr einfach, Danke zu sagen, und es bewirkt so viel beim Menschen“, so Haller. Mit dem Aktionstag wollte der Evangelische Kirchenkreis ein Zeichen der Hoffnung setzen, erklärte Wieczorek. „In einer Zeit, die von so vielen Krisen und Katastrophen geprägt ist, Klima, Hochwasser, Afghanistan." Am Abend fand noch der Wochenschlussgottesdienst mit der Kantorei der Kreuzkirche statt und zum Abschluss spielten der renommierte Bonner Pianist Fabian Müller und das Kölner Kammerorchester Beethovens Klavierkonzerte 4 und 5.