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Lebensmittelpunkt bleibt in Bonn: Evangelischer Kirchenkreis verabschiedet Pfarrerin Grit de Boer

Lebensmittelpunkt bleibt in Bonn : Evangelischer Kirchenkreis verabschiedet Pfarrerin Grit de Boer

Der evangelische Kirchenkreis Bonn verabschiedet Pfarrerin Grit de Boer mit einem Gottesdienst. Die frühere Leiterin der Bahnhofsmission von Caritas und Diakonie geht nach Jülich.

Grit de Boer hat Bonn beruflich verlassen. Seit März 2013 war sie Pfarrerin im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirchenkreise Bonn und Bad Godesberg-Voreifel. Zuvor hatte sie die Bahnhofsmission von Caritas und Diakonie geleitet. Anfang Oktober hat sie eine neue Stelle als Pfarrerin im Kirchenkreis Jülich angetreten. Die 62-Jährige, die auch durch ihr Engagement im Zonta Club Bonn und im Karneval bekannt ist, behält ihren Lebensmittelpunkt hier. „Immer herzlich, stets kommunikativ und im Grundton unverdrossen fröhlich“, so charakterisieren sie Vertreter des Kirchenkreises Bonn. De Boer wird an diesem Mittwoch, 28. Oktober, ab 16.30 Uhr von Superintendent Dietmar Pistorius mit einem Festgottesdienst in der Kreuzkirche, Kaiserplatz, verabschiedet.

Die Pfarrerin habe die Verbindung von Kirche und Diakonie gelebt und erfahrbar gemacht, dass Wort und Tat, Herz und Hand in der Kirche zueinander gehören, würdigt Pistorius ihr „segensreiches“ Tun. „Mit ihrer Offenheit, ihrer Gabe, zuhören zu können, ihrer Spiritualität und ihrem Glauben hat sie vielen Menschen in Bonn eine wertvolle Erfahrung ermöglicht.“ Auch Diakonie-Geschäftsführer Ulrich Hamacher dankt de Boer „sehr herzlich für ihre verdienstvolle Arbeit“ in der Bahnhofsmission und danach als Diakoniepfarrerin, zuständig für Seelsorge und Verkündigung. „Viele Menschen werden sich daran gerne erinnern. Wir wünschen ihr alles Gute in ihrem neuen Wirkungsfeld.“

De Boer sagt, sie habe ihre Arbeit gemocht, weil sie in vielen Bereichen gefordert war: in der Seelsorge für Mitarbeitende ebenso wie in der Krisenintervention, wenn es ums Sterben ging, in Kirchengemeinden, mit Konfirmanden und Schulklassen. Sie konstatiert aber auch „eine Schwäche der Stellenkonstruktion, dass die Zuständigkeiten nicht ganz eindeutig geregelt waren.“ Das habe zu „Reibungsverlusten“ geführt. So habe sie die Arbeit trotz guter Aspekte beendet, weil sie noch zwei berufliche Ziele habe: „Erstens möchte ich gesund meinen Ruhestand erreichen, und zweitens will ich in meinem Beruf frei und fröhlich arbeiten.“

Das Lebensgefühl, das sie aus Bonn mitnehme, habe sie in der Diakonie-Suchtklinik und der ambulant psychiatrischen Klinik erlebt. Dort bot de Boer offene Gesprächskreise an. „Mich haben die Menschen, die ich dort traf, tief beeindruckt, weil sie jeweils an einem Punkt waren, wo sie ihr Leben neu angepackt haben, ihm eine neue Richtung gaben“, sagt sie. Ob die Bonner Diakoniepfarrstelle neu besetzt wird, ist laut Pressesprecherin Andrea Hillebrand noch nicht geklärt.

Für den Gottesdienst wird eine Anmeldung beim Kirchenkreis Bonn unter Mail: info@bonn-evangelisch.de erbeten.