Mann ist der Polizei Bonn bekannt Exhibitionist soll sich vor Kindern entblößt haben

Bonn · Ein Exhibitionist treibt in Dottendorf und Kessenich sein Unwesen. Bisher belästigte er vor allem Frauen. Jetzt soll er sich auch vor Kindern entblößt haben. Polizei und Staatsanwaltschaft sind eingeschaltet.

Blick auf den Sportplatz im Wasserland: Der polizeibekannte Exhibitionist soll vor allem in Dottendorf und Kessenich sein Unwesen treiben.

Blick auf den Sportplatz im Wasserland: Der polizeibekannte Exhibitionist soll vor allem in Dottendorf und Kessenich sein Unwesen treiben.

Foto: Benjamin Westhoff

Ein Exhibitionist treibt offenbar derzeit vor allem in Dottendorf und Kessenich sein Unwesen. In einem Facebook-Post auf der Seite „Du kommst aus Friesdorf, wenn…“ warnt eine Userin vor dem Täter. Er soll demnach eine feminine Figur haben, einen Pferdeschwanz tragen und oftmals stark geschminkt sein. Hatte es der Mann bisher wohl nur auf Erwachsene, besonders auf Frauen abgesehen, so soll er sich kürzlich auch im Sportpark Wasserland in der Nähe von Grundschulkindern entblößt haben.

Der Täter trage in der Regel schwarze kaputte Leggings mit schwarzen Shorts, einen schwarzen Kapuzenpullover, oftmals auch eine schwarze Plüschjacke. Er sei mit einem blauen Rucksack mit einem weißen H als Motiv unterwegs und wirke insgesamt verwahrlost. Er sei vornehmlich im Wasserland in Dottendorf und auch im Wäldchen oberhalb des Loki-Schmidt-Platzes gesehen worden. Er lasse vor Frauen seine Hose herunter und habe die Betroffenen sogar in einigen Fällen verfolgt.

Neu sei, dass der Mann sich, wie zuletzt geschehen, in der Nähe von Kinder entblöße. Der Täter könne zudem verbal aggressiv reagieren. „Es ist jedem zu raten, wachsam zu sein, vor allem aber, eure Kinder zu informieren und aufzuklären und idealerweise den Weg durch das Wäldchen im Wasserland zu meiden“, heißt es in dem Post weiter.

Sieben Anzeigen bei der Polizei seit Februar

Die Polizei Bonn bestätigte dem GA am Montag auf Nachfrage entsprechende Anzeigen von Betroffenen und die Beschreibung des Exhibitionisten, die bei Facebook veröffentlicht wurde. Sieben Anzeigen seien es seit Februar, sagte Polizeisprecher Michael Beyer. Sie seien allesamt der Staatsanwaltschaft Bonn übergeben worden, die die Fälle jetzt prüfe. Bei dem Mann handele es sich laut Beyer um einen 43-Jährigen ohne festen Wohnsitz, den die Polizei bereits mehrmals vorübergehend in Gewahrsam genommen habe. „Wir können derzeit aber nicht mehr tun, als vorübergehende freiheitsentziehende Maßnahmen zu treffen“, sagte Beyer.

Exhibitionismus vor Kindern wird bestraft

Den Hintergrund erklärt Sebastian Buß, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Seine Behörde prüfe zurzeit die Fälle, sagte er. „Wir haben mehrere Vorgänge, bei denen Erwachsene betroffen waren“, so Buß. Diese Fälle rangierten laut Strafgesetzbuch allerdings im unteren Kriminalitätsbereich und seien somit kaum zu ahnden. Sie seien in etwa mit Beleidigungen gleichzusetzen. Der Vorfall mit den Kindern sei der erste dieser Art, der dem Mann vorgeworfen werde. Sollte er sich bestätigen, so handele es sich dabei um einen schweren sexuellen Missbrauch von Kindern ohne Körperkontakt. Darauf stehen laut Strafgesetzbuch Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zehn Jahren.

Auch die Stadt Bonn ist im Fall des 43-Jährigen involviert. Allerdings sei bisher lediglich Ende Februar ein entsprechender Hinweis eingegangen, so das städtische Presseamt. Die damals ebenfalls einbezogene Polizei habe den Fall bearbeitet. Weitere Hinweise seien bei der Stadt seitdem nicht eingegangen, hieß es weiter.

Polizeisprecher Beyer rät allen Bürgerinnen und Bürger, die dem 43-Jährigen begegnen sollten, keine Notiz von ihm zu nehmen, ihren Weg zügig fortzusetzen und umgehend den Notruf der Polizei ☎ 110 zu wählen.

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