Familien-Kolumne „Kinderkram“ Der Teddy fliegt bis in den Weltraum

Kolumne | Bonn · Der Mond, die Menschheit und die Zukunft des Sohnes unseres Autors stehen diesmal im Mittelpunkt der Kolumne. Was ein fliegender Teddy im Weltraum mit dem Frieden auf Erden zu tun hat.

 Die Mondlandungen können auch Kinder von heute inspirieren.

Die Mondlandungen können auch Kinder von heute inspirieren.

Foto: DPA

Wir sehen alle denselben Himmel, haben aber nicht alle den gleichen Horizont. Wenn mein Sohn hoch in den blauen Himmel blickt und er den großen weißen Himmelskörper sieht, zeigt er wissend drauf und beschreibt ihn zurecht als Mond. Den Mond findet er schon spannend, seit er ihn das erste Mal gesehen hat, und freut sich immer auf dem Weg zur Tagesmutter, wenn er ihn erblicken kann. Mal als dünne Sichel, dann als Halbmond, oder als volle Kugel mit Gesicht. Was er noch nicht weiß: Auf dem Mond waren bereits Menschen. Und: meinem Sohn gehört die Zukunft!

Letzteres klingt jetzt nach Plattitüde. Doch der ehemalige US-Astronaut Charles Duke hat mir diesen Fakt sehr klug vor Augen geführt. Als zehnter Mensch auf dem Mond gehört er zu jenen wenigen Männern, die den einzigartigen Blick vom Mond auf die Erde genießen durften. Charles Duke konnte im Jahr 1972 seinen Horizont auf diese spektakuläre Weise erweitern. Also lange her.

Doch seine Begeisterung für den Weltraum, die Erde und vor allem die Menschheit halten bis heute an. Sein Punkt: Die Hälfte der heute lebenden Menschen hat die damaligen Mondlandungen nicht miterlebt. Das sind Milliarden Babys, die in den vergangenen fünf Jahrzehnten geboren worden sind. Und mein Sohn gehört dazu. Ein kleiner Astronaut steckt übrigens auch schon in ihm. Wenn er morgens im Bett tobt, fliegt sein Lieblingsteddy hoch in die Luft. „Bis in den Weltraum“, ruft er dann.

Eugene Cernan, der bislang letzte Mann auf dem Mond, hinterließ übrigens die Initialen seiner Tochter im Mondstaub. Und er verließ den Mond mit den Worten: „Wir gehen, wie wir gekommen sind und so Gott will, werden wir zurückkehren mit Frieden und Hoffnung für die ganze Menschheit.“ Ein schöner Gedanke für die Zukunft meines Sohnes.