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Modelleisenbahnbörse Endenich: Faszination Schiene

Modelleisenbahnbörse Endenich : Faszination Schiene

Beim Aufbau für die Modelleisenbahnbörse in der Josef-Strunck-Halle ergab sich ein Problem: Viele der Biertische, auf denen die 19 Aussteller ihre Auslagen präsentieren wollten, waren weg.

"Die Stadt hat sie kurzfristig gebraucht für ein Schwimmevent im Frankenbad", sagte Günter Kreutz, Vorsitzender des Bonner Modelleisenbahnclubs. Also mussten er und seine Helfer am Sonntag improvisieren: Alle rückten ein wenig enger zusammen, dann reichten die vorhandenen Tische.

Kreutz war aber trotzdem zufrieden: "Trotz des guten Wetters haben wir guten Zulauf." Gleich am Vormittag waren viele Sammler und Bastler in die Endenicher Halle gekommen, darunter Thorsten Buchholz aus Bad Neuenahr. Sein eigentliches Anliegen konnte er nicht erledigen: "Ich habe auf einer anderen Börse beim Lok-Doktor eine Lok abgegeben und hatte gehofft, dass er heute hier wäre." Das war er aber nicht. Also stöberte der Modelleisenbahn-Fan im Angebot der Gleichgesinnten.

Buchholz hat es geschafft, seinen Sohn Louis für sein Hobby zu begeistern. An der heimischen Anlage darf der Vierjährige den analogen Bereich steuern. Das findet der Junge besonders toll. Derzeit baue er das Gelände aus, sagte sein Papa. Louis' Bereich ist fast fertig: "Bei mir fehlen noch die Oberleitungen." Er war auch begeistert von der Holzeisenbahn, die MEC-Mitglied Rocco Ceravolo aufgebaut hatte. Die teilte sich der Junge mit anderen Kindern: Tobias (3), Gino (2) und Daniel (2) sind ebenfalls Nachwuchs von Modelleisenbahnern. Die Brio-Bahn mit den batteriebetriebenen Zügen kam auch bei vielen anderen Kindern, die im Lauf des Tages mit ihren Eltern in die Halle kamen, sehr gut an. "Ich versuche, den Kindern das Hobby ein bisschen näherzubringen", so Ceravolo.

Nebenan verkaufte der Kölner Polizeitechniker Andreas Frechen Modellfahrzeuge für Eisenbahnlandschaften. Das Besondere: Er hatte ihnen Leuchtdioden eingebaut, eine ganz schöne Fummelarbeit. "Das wird nachgefragt", sagte er. Die Leute sendeten ihm Fahrzeuge zu, er baue die Leuchten ein. "Von Oktober bis März bin ich eigentlich jeden Tag damit beschäftigt."

Er war erstmals bei der Börse, ebenso wie Arnold Klein. Der hat mit Modellbau eigentlich nichts zu tun: Er verkaufte Gebäudemodelle, die sein Schwiegersohn auf den Sperrmüll werfen wollte. "Die sind hervorragend verarbeitet", sagte Fachmann Kreutz. Auch Werner Kemmer war gekommen, weil er seine Eisenbahn verkaufen will: Seine Anlage stand im Haus seiner Eltern. Nach dem Tod seines Vaters gehe seine Mutter in ein Pflegeheim, die Wohnung werde verkauft - wohin mit der Modellbahn? Um solche Fälle kümmere sich der Club gerne, sagte Kreutz.

Kontakt zum Verein unter www.mec-bonn.de.