Prävention von Jugendkriminalität FDP kritisiert Forderung nach Alkohol-Verkaufsverbot

BONN · Kommt in Nordrhein-Westfalen nach dem Rauchverbot auch noch ein generelles Alkoholverkaufsverbot am Abend? Das Städtenetzwerk Kriminalprävention, dem auch Bonn angehört, hat jedenfalls die Forderung erhoben, zur Prävention von Jugendkriminalität den freien Verkauf von alkoholischen Getränken am Abend durch Landesgesetze einzuschränken.

Das hat den jugendpolitischen Sprecher der FDP-Fraktion, Achim Kansy, auf den Plan gerufen: "Kriminalprävention ist eine wichtige kommunale Aufgabe, der wir gerade in Bonn große Aufmerksamkeit widmen", sagte er. Aber ein Verkaufsverbot für alkoholische Getränke in den Abendstunden würde die Mehrheit der gesetzestreuen Jugendlichen und alle Erwachsenen betreffen. Es sei in einer Demokratie aber keine staatliche Aufgabe, die eigene Bevölkerung umzuerziehen. "Mir ist nicht bekannt, dass Alkohol in der Nacht andere Wirkung entfalten sollte als am Tage", meinte der Stadtverordnete. Somit scheine es auch unlogisch zu sein, dass das Ziel einer Verminderung von Jugendkriminalität durch ein Verkaufsverbot für alkoholische Getränke am Abend überhaupt erreichbar wäre.

Zumal es weiterhin jeder Person frei stünde, tagsüber den Alkohol zu kaufen, den sie in der Nacht konsumieren wolle. Vielmehr müsse durch wirksamere Kontrollen die Abgabe von alkoholischen Getränken an Minderjährige unterbunden werden. "Da das Städtenetzwerk erkennbar nicht dem Zweck dient, den die Stadt Bonn erwartet hat, sollten wir die weitere Mitgliedschaft prüfen", schlägt der Liberale vor. lis

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