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Haus der Bildung in Bonn: Fertigstellung verzögert sich weiter

Haus der Bildung in Bonn : Fertigstellung verzögert sich weiter

Die Fertigstellung des Hauses der Bildung am Mülheimer Platz/Bottlerplatz verzögert sich immer weiter. Bisher sollte der Bau Ende Juli stehen, jetzt ist selbst dieser Termin in weite Ferne gerückt.

Der Fertigstellungstermin für das Haus der Bildung am Bottlerplatz verschiebt sich erneut: Die Stadt Bonn teilte mit, dass auch Ende Juli nicht mehr zu halten sei. Die Folge: Die Volkshochschule (VHS) und die Stadtbücherei können damit nicht wie geplant bereits im September in die neuen Räume am Bottlerplatz und Mühlheimer Platz umziehen.

Als Grund gab die Stadt an, ein Gewerk arbeite nicht vertragsgemäß. Deshalb könnten weitere Handwerker nicht tätig werden. "Durch diese Art Domino-Effekt läuft der Zeitplan für die Baufertigstellung aus dem Ruder", so Marc Hoffmann vom Presseamt.

Hart trifft es VHS-Chefin Ingrid Schöll, die noch kürzlich in einem Interview überzeugt war, das zweite VHS-Semester 2014 im Haus der Bildung zu erleben. Nach derzeitigem Stand soll sie mit der Belegschaft und den Kursen nun erst zum darauffolgenden Semesterbeginn im Februar 2015 umziehen können.

Auswirkungen auf die Kursangebote habe das nicht, versicherte Hoffmann. "Das Programmheft wird in der gleichen Qualität und Quantität erscheinen wie Anfang 2014; es wird keinerlei Kursausfälle, Kursverringerungen oder ähnliches geben."

Ob vorher bereits die Zentralbibliothek aus ihrem Provisorium in der Cassiusbastei ins Haus der Bildung wechseln kann, sei ebenfalls noch nicht klar. Auf jeden Fall bestehe die Möglichkeit, den Mietvertrag für das vorübergehende Quartier zu verlängern.

Auf die Frage, mit welcher Firma oder welchem Gewerk die Schwierigkeit bestehe, erklärte Hoffmann, die Stadt dürfe aus rechtlichen Gründen dazu keine Auskunft erteilen. Zu möglichen finanziellen Auswirkungen aufgrund der erneuten Verzögerung könne sie zurzeit noch keine Angaben machen. Auf jeden Fall prüfe das Rechtsamt Regressforderungen an die Firma .

Der Umbau des ehemaligen Bonner Stadthauses aus den 1920er Jahren sowie der benachbarte Neubau auf dem einstigen Areal des sogenannten Siemenshauses sollte ursprünglich 19,4 Millionen Euro kosten. Rund zehn Millionen Euro trägt das Land. Inzwischen sollen es rund 21,4 Millionen Euro werden.

Grund für den erneuten Nachtrag sei, dass unter anderem die Dachsanierung teurer werde. Mit weiteren Kostenerhöhungen werde aufgrund des fortgeschrittenen Bauprojekts aber nicht gerechnet, hieß es vom städtischen Gebäudemanagement im jüngsten Projektbeirat. Zumal an anderer Stelle abgespeckt werde. So soll die Fassade des Neubaus nicht vorgehängt, sondern gemauert werden. Terrazzoflächen sollen durch Parkett ersetzt werden, und die Terrasse im Lesegarten werde einfacher gestaltet.

Gelassen reagierten die Fraktionen von CDU, Grünen und SPD auf die Nachricht des verschobenen Fertigstellungstermins, obgleich sie die erneute Verzögerung bedauerten. Der Fertigstellungstermin in diesem Jahr müsste allerdings eingehalten werden. Eine Verschiebung des Umzugs der VHS ins Haus der Bildung auf Februar 2015 sei nicht problematisch.

Künftiges Bibliothekskonzept

Eng verknüpft mit der Fertigstellung des Hauses der Bildung ist die Zukunft einiger Zweigstellen der Stadtbibliothek. Zur Rede steht seit langem die mögliche Schließung innenstadtnaher und mit dem öffentlichen Nahverkehr gut zu erreichende Stadtteilbüchereien, wie etwa die im Dottendorfer Ortszentrum oder in der Endenicher Burg.

Nach GA-Informationen kursiert ein verwaltungsinternes Konzept mit Überlegungen, welche Zukunft diese Standorte haben sollen. Spruchreif sei indes noch nichts, erfuhr der GA außerdem. Geplant ist zudem, dass die Zentralbücherei im Haus der Bildung künftig durchgehend und samstags zudem deutlich länger als bisher geöffnet haben soll. Bisher sind alle Stadtbibliotheken stets dienstags zu.