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Feuerwehr Bonn warnt vor Gefahren einer Kohlenmonoxid-Vergiftung​

Gefahr von Kohlenmonoxid-Vergiftung : Feuerwehr warnt dringend vor dem Heizen mit Grills und Heizstrahlern

Die Bonner Feuerwehr warnt vor den Gefahren einer Kohlenmonoxid-Vergiftung. Aktuelles Beispiel dafür: eine vierköpfige Familie, die die Wohnung mit einem Grill heizen wollte. Das giftige Gas kann allerdings auch an anderer Stelle austreten.

Die Bonner Feuerwehr warnt vor Unfällen mit Kohlenmonoxid und weist auf die Gefahren hin, die das giftige Gas mit sich bringt. Ausdrücklich warnt die Feuerwehr davor, Gasstrahler oder Grills zum Heizen von Räumen zu verwenden, weil es dadurch zu Kohlenmonoxid-Vergiftungen kommen kann.

Nachdem vor ein paar Tagen eine Familie in Bayern nach einem Heizversuch mit einem Grill eine Vergiftung erlitt, löste eine vierköpfige Familie nun einen Rettungseinsatz in Bonn aus. Grund dafür war eine Kohlenmonoxid-Vergiftung, da die Familie einen Holzkohlegrill nachts vom Balkon in die Wohnung gestellt hatte. Das austretende Kohlenmonoxid führte anschließend zu Unwohlsein und Kreislaufproblemen der vier betroffenen Personen. Behandelt wurden die Betroffenen schließlich in einer Spezialklinik.

Warum ist Kohlenmonoxid so gefährlich?

Die Feuerwehr und der Rettungsdienst Bonn warnen vor der Gefahr des Gases: Man könne Kohlenmonoxid weder riechen noch schmecken und schon wenige Atemzüge könnten zum Tod führen. Das Gas binde sich im Blut an die roten Blutkörperchen und verdränge den Sauerstoff. Eine schnelle Reaktion bei Verdacht auf eine Kohlenmonoxid-Vergiftung sei deshalb notwendig, teilt Jochen Stein, Leiter der Bonner Berufsfeuerwehr, mit.

Wodurch entsteht Kohlenmonoxid?

Wie die Feuerwehr Bonn berichtet, entstehe das Kohlenmonoxid durch die unvollständige Verbrennung kohlenstoffhaltiger Kraft- und Brennstoffe. Ursachen dafür seien technische Defekte, mangelnde Wartungen oder Manipulationen von Verbrennungseinrichtungen. Aber auch verstopfte Abluftrohre von Gasthermen, Ölheizungen und Kaminöfen könnten nach Aussage der Feuerwehr für das Austreten des giftigen Gases verantwortlich sein.

Wie kann ich mich vor einer Kohlenmonoxid-Vergiftung schützen?

Die Feuerwehr Bonn liefert einige Hinweise zur Prävention von Kohlenmonoxid-Austritten:

  • Eine regelmäßige Wartung der Heizungen kann den Vergiftungen vorbeugen. Alle ein bis drei Jahre sollten ein Schornsteinfeger die Heizungen überprüfen. Auskunft über die festgelegten Überwachungs- und Wartungsintervalle gibt der Feuerstättenbescheid, den der jeweilige Schornsteinfeger erstellt.
  • Auch eine sachgemäße Nutzung der Heizanlagen ist notwendig. Laut Feuerwehr ist es bei Etagenheizungen erforderlich, die Lüftungsschlitze der jeweiligen Türen und Räume freizuhalten, um für ausreichend Sauerstoff der Anlagen zu sorgen.
  • Gasmelder, auch CO-Melder genannt, können vor freigesetztem Kohlenmonoxid warnen. Sinnvollerweise sollte man sie in der Nähe der Gastherme anbringen. Die Gasmelder wirken neben den gesetzlich vorgeschriebenen Rauchmeldern präventiv gegen eine Vergiftung.
  • Gasstrahler, Gaspilze, sowie Holzkohlegrills sind nur im Freien - nicht in geschlossenen Räumen - zu nutzen. Auch Verbrennungsmotoren stellen in geschlossenen Räumen eine Gefahr dar. Benzin-Rasenmäher oder Benzin-Kettensägen sollten in einem Raum mit genügend Sauerstoff repariert und ausprobiert werden.

Was kann ich beim Verdacht auf eine Kohlenmonoxid-Vergiftung tun?

Plötzlich auftretende Kopfschmerzen sowie Bewusstseinseintrübungen sind Symptome einer Vergiftung, berichtet der Deutsche Feuerwehrverband. Dieser empfiehlt, die Anzeichen ernst zu nehmen. Bei einem Verdacht auf Kohlenmonoxid sollten die Betroffenen - wenn möglich - das gasbetriebene Gerät ausstellen, den Raum lüften und diesen anschließend schnellstmöglich verlassen. Unter der Notrufnummer 112 solle man im Verdachtsfall außerdem Feuerwehr und Rettungsdienst alarmieren.

(ga)