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FFP2-Masken-Abgabe: Apotheker aus Bonn und der Region haben genug Vorräte

Verteilung an Risikopatienten : Apotheker sind auf steigende FFP2-Masken-Nachfrage vorbereitet

Von Januar bis April können sich Menschen ab 60 Jahren und Risikopatienten - in zwei Phasen - erneut FFP2-Masken gegen einen kleinen Aufschlag in der Apotheke abholen. Die Apotheken in der Region sind nach eigenen Aussagen vorbereitet.

Die Apotheken sind nach der ersten Verteil-Aktion an über 60-Jährige und chronisch Kranke im Dezember auf eine steigende Nachfrage nach FFP2-Masken vorbereitet. „Die Nachfrage nach FFP2-Masken ist in den letzten Monaten kontinuierlich gestiegen, durch die Verordnung an Personen über 60 und chronisch Kranke noch einmal zusätzlich“, sagte der Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein, Thomas Preis.

Die Ausgabe der Masken per Gutschein an diesen besonders durch Corona gefährdeten Personenkreis hat nach den Erfahrungen der Apotheken dazu geführt, dass auch jüngere Menschen bevorzugt FFP2-Masken gekauft hätten. „Das kann man auch im Straßenbild sehen“, verdeutlichte er.

„Leider zieht sich die komplette Versendung aller Gutscheine für Anspruchsberechtigte noch bis in den Februar hinein“, erklärte Preis. „Das führt aktuell zu viel Aufklärungsbedarf in den Apotheken, zumal auch jede Krankenkasse anders agiert“, erläuterte der Vorsitzende des Verbandes. So würden nicht selten Personen eines Haushaltes zu unterschiedlichen Zeiten angeschrieben, je nachdem wo sie versichert seien oder zu welchem Kreis der Anspruchsberechtigten sie gehörten. Das führe zu weiterem Gesprächsbedarf in den Apotheken, berichtet Preis.

Durch den Vorstoß Bayerns zur FFP2-Maskenpflicht im Nahverkehr und im Einzelhandel des Freistaates steige die Nachfrage nach diesem Schutz weiter. „Wir gehen davon aus, dass die Marktsituation so stabil ist, das auch eine steigende Nachfrage bewältigt werden kann.“ Sowohl die Masken-Produzenten als auch die Apotheken seien gut vorbereitet, dass eine FFP2-Maskenpflicht gestemmt werden könne. Angesichts einer „guten Versorgungslage“ befürchtet Preis keine Hamsterkäufe.

Apotheken in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis sehen sich vorbereitet

Auch die Apotheken in Bonn und der Region sehen sich für die steigende Nachfrage nach FFP2-Masken gut vorbereitet. Ulrike Jüngel-Sandner, Apothekerin aus Sankt Augustin, sieht derzeit keine Engpässe bei der Bestellung der Masken. Das bestätigt auch Apothekerin Ute Schneider-Jacobs aus der Burg-Apotheke in Bad Godesberg. Die Apotheken in Bonn hätten ihrer Kenntnis nach ausreichend Vorräte. Ein Ansturm auf die Apotheken sei bislang ausgeblieben. Da nicht alle Gutscheine gleichzeitig von den Kassen verschickt wurden, kämen die Menschen nach und nach, sagt Schneider-Jacobs.

Die Krankenkasse AOK Nordwest teilte am Mittwoch mit, dass sie mit dem Versand der fälschungssicheren Gutscheine an ihre Versicherten begonnen habe. Sie würden laut der Verordnung des Bundes von der Bundesdruckerei in drei Tranchen an die gesetzlichen Krankenkassen geliefert: Zunächst erhielten Personen ab 75 Jahren Gutscheine. In der zweiten Welle seien es Personen, die das 70. Lebensjahr vollendet hätten oder bei denen eine in der Verordnung genannte Erkrankung vorliege. In der dritten Welle seien es 60- und über 60-Jährige. Die zwei Gutscheine für je sechs Masken würden in einem Brief verschickt.

Der Bund hatte die Ausgabe der Masken für diesen Winter als Schutz für Menschen mit besonders hohem Risiko für schwere oder tödliche Krankheitsverläufe beschlossen - das sind bundesweit bis zu 27 Millionen Menschen. Im ersten Schritt konnten über 60-Jährige und Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen drei Masken gratis in der Apotheke holen. In den weiteren Schritten mit den Gutscheinen ist ein Eigenanteil von je zwei Euro für je sechs Masken vorgesehen. Den Bund kostet die Aktion rund 2,5 Milliarden Euro. FFP2-Masken filtern Partikel besonders wirksam aus der ein- oder ausgeatmeten Atemluft, sie bieten aber dennoch auch keinen 100-prozentigen Schutz.

(dpa/ga)