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Kommentar zur Bankschließung in Duisdorf: Folgen der Bankenkrise

Kommentar zur Bankschließung in Duisdorf : Folgen der Bankenkrise

Die Schließung der Deutschen-Bank-Filiale in Duisdorf ist keine Überraschung. Die Folgen der Krisenjahre in Frankfurt müssen nun die Kunden ausbaden, meint GA-Redakteur Andreas Baumann.

Das ist eine schlechte Nachricht für die Bürger im Stadtbezirk Hardtberg. Nach der Volksbank zieht sich auch die Deutsche Bank aus dem Duisdorfer Zentrum zurück und schließt ihre kleine Filiale an der stark frequentierten Fußgängerzone. Ihre Kunden müssen ab Oktober bis zum Kaiserplatz in der City fahren, um Schalterangelegenheiten zu erledigen. Service buchstabiert man anders.

Überraschend kommt die Sparmaßnahme nicht. Das einst so stolze Geldinstitut aus Frankfurt ist lange derart schlecht und größenwahnsinnig geführt worden, dass es schon seit Jahren am Rand des Abgrunds taumelt. Die Folgen baden jetzt die Kunden aus – und die Mitarbeiter, die weltweit ihre Jobs verlieren. Die Krise der Deutschen Bank zieht zudem die Postbank in Mitleidenschaft, um deren Hauptsitz in Bonn man sich durchaus Sorgen machen muss.

Aber auch anderen Geldinstituten geht es nicht gut. Niedrig- und Negativzinsen verhageln ihnen das Kreditgeschäft, und neue, agile Angreifer machen ihnen mit Angeboten im Internet zunehmend Konkurrenz. Die Digitalisierung dürfte außerdem den Kundenverkehr in den Filialen deutlich reduziert haben: Viele Menschen erledigen ihre Überweisungen heute über das Onlinebanking. Das macht es den Banken leichter, die Schließung von Filialen zu begründen.

Wenn sie schließen, sollten sie aber zumindest dafür sorgen, dass Geldautomaten erhalten bleiben, damit die Leute sich mit Barem versorgen können. Da dann für viele Kunden Onlinebanking die einzig sinnvolle Alternative ist, versteht sich von selbst, dass die Banken ihre Internetseiten so effektiv wie möglich gegen Cyber-Verbrecher abschirmen müssen. Auch die Bonner Polizei weiß ein Lied davon zu singen, mit welcher technischen Raffinesse die Täter heute die Sicherheitssysteme überwinden können.

Die Sparkasse Köln-Bonn hat eine besondere Verpflichtung, auch mit Filialen vor Ort präsent zu bleiben. Sie wird schließlich von den beiden Städten getragen und gestützt. Die Kommunalpolitiker im Verwaltungsrat werden in dieser Frage hoffentlich ihren Einfluss geltend machen.