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Stadt in Schutt und Asche: Foto zeigt Bonn nach Luftangriff im Jahr 1944

Stadt in Schutt und Asche : Foto zeigt Bonn nach Luftangriff im Jahr 1944

Ein Foto im Stadtmuseum zeigt die verheerenden Folgen des Luftangriffs am 18. Oktober 1944 in Bonn. Der Test eines neuartigen Navigationssystems legte die Stadt in Schutt und Asche.

100 Fotos und Objekte dokumentieren in der aktuellen Ausstellung des Stadtmuseums „50 Objekte – 50 Fotos“ das 20. Jahrhundert in Bonn. Der im Oktober 1944 aufgenommene Blick über die niedergebrannten Bäume an der Hofgartenwiese auf das zerstörte Universitätsgebäude ist das verheerende Testergebnis eines neuen Navigationssystems. Mehr als 400 Menschen wurden getötet, etwa 1000 verletzt und 20.000 wurden obdachlos. Unter den 700  zerstörten Gebäuden Bonns befanden sich neben der Universität auch das Stadttheater, das Rathaus und die Beethovenhalle sowie mehrere Schulgebäude und Kirchen.

Dabei habe dieser Angriff nicht einmal zur alliierten Strategie eines „Moral Bombing“ gehört, eines Bombardierens von Städten, um die Moral der Bevölkerung zu brechen, erklärt Horst-Pierre Bothien, Kurator der Ausstellung. Der Luftangriff diente dem Test eines neuen Navigationssystems, das ermöglichen sollte, auch tagsüber ein Ziel ohne Sichtkontakt zu treffen, um Piloten und Flugzeuge vor den Angriffen der Flugabwehr zu schützen. Es gehörte zum traurigen Schicksal der Opfer, dass für den Testtag im Oktober schlechtes Wetter vorhergesagt war; die gewünschten Bedingungen, um die neue Technik ausprobieren zu können. Auch eine weitere Bedingung für den Systemtest erfüllte Bonn mit der Unversehrheit des Zielgebiets, um die Zielgenauigkeit der Navigationselektronik und damit die Effizienz der Zerstörung ermitteln zu können.

So starteten am Mittwoch, 18. Oktober 1944, 128 Bomber vom Typ „Lancaster“ von England aus. „Aus Sicht der Briten wurde der Angriff ein Misserfolg. Panne reihte sich an Panne“, so Bothien. Bei einigen Führungsflugzeugen sei das Navigationssystem sogar ausgefallen. Jedes Flugzeug warf eine Bombenlast von etwa fünf Tonnen ab, was Bonn in ein brennendes Inferno verwandelte.

In loser Reihenfolge stellen wir hier Exponate der Ausstellung „50 Objekte – 50 Fotos – Eine Zeitreise durchs 20. Jahrhundert“ vor, die noch bis zum 18. Oktober im Stadtmuseum zu sehen sind. Von Kurator Horst-Pierre Bothien ist in der Schriftenreihe des Stadtmuseums das Buch, „Bonn im 20. Jahrhundert“ erschienen. Morisel Verlag, 144 Seiten, 19,90 Euro.