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Freibäder in Bonn: Stadt bereitet Öffnung vor

Neue Software für Betrieb : Stadt Bonn bereitet Öffnung der Freibäder vor

Die Stadt Bonn bereitet ihre Freibäder für die Sommersaison vor, es gibt eine neue Software für Besucherbeschränkungen und den Ticketverkauf. Der Betrieb ist allerdings an die Bundes-Notbremse gekoppelt. Was bedeutet das?

Das Anschwimmen in den Freibädern gehört im Mai zu den großen Freuden von Wasserbegeisterten, doch ist zum jetzigen Zeitpunkt ungewiss, wann es damit in Bonn losgehen kann. Die Bundes-Notbremse verbietet derzeit das Öffnen von Bädern, sofern der Inzidenzwert der Neuinfizierten innerhalb der zurückliegenden sieben Tage bei über 100 pro 100.000 Einwohnern liegt. Die Stadt Bonn vermeldete am Montag einen Wert von 166,8.

Gleichwohl laufen die Vorbereitungen für den Freibadbetrieb auf Hochtouren, wie die stellvertretende Bäderamtsleiterin Elke Palm sagte. Das Wasser sei nach dem Winter aus den Becken gelassen worden, die Reinigung und notwendige Reparaturen an den Fliesen seien ebenso im Gange wie die Prüfung der technischen Wasseraufbereitungsanlagen. Die Grünpflege habe begonnen, zu der die Pflege der Beete gehört, aber auch das Entfernen von Wildwuchs, das Mitarbeiter des Bäderamts zu überwiegenden Teilen selbst übernehmen. Testreihen zur Prüfung der Wasserqualität folgen noch.

Melbbad fällt aus

Bis auf das Melbbad, das nach erheblichen Schäden durch einen Starkregen im August und aufgrund des schlechten Zustands des Umkleide- und Sanitärgebäudes nicht in Betrieb gehen kann, stehen in dieser Badesaison das Römerbad, das Ennertbad, das Hardtbergbad und das Rüngsdorfer Panoramabad für die Schwimmfreunde zur Verfügung. Und auch das Friesi wird am 10. Mai, so Palm, von seiner Hallenhaube befreit und könnte zeitnah in Betrieb gehen.

Die Saison kann allerdings nur dann beginnen, wenn der Inzidenzwert unter 100 liegt. Unter welchen Voraussetzungen sodann das Plantschen möglich sein wird, hat der Landesgesetzgeber in einer neuen Version der Coronaschutzverordnung zu regeln, die bisher nicht vorliegt. Palm sagte dazu: „Obwohl derzeit die Öffnung der Schwimmbäder noch nicht erlaubt ist, bereitet das Sport- und Bäderamt weiter die Freibäder für die Öffnung vor und schafft die Grundlagen für den Kartenvorverkauf, mit dem auch die Besucherzahlen gesteuert werden können. Das Hygienekonzept vom letzten Jahr kann auf die aktuellen Öffnungsregeln angepasst werden, sobald diese bekannt sind.“ Fest stehe, dass die Freibäder nicht alle auf einmal, sondern nacheinander geöffnet würden.

Besucherbeschränkungen wie 2020

Im vergangenen Jahr war die Saison nach zunächst anders lautenden Ankündigungen des damaligen Oberbürgermeisters Ashok Sridharan doch noch zu Christi Himmelfahrt am 21. Mai gestartet. Die Stadt legte ein Hygienekonzept vor, das neben den bekannten AHA-Regeln – Abstand halten, Hände waschen, Alltagsmaske vor dem Eingang aufsetzen – vor allem die Anzahl der Besucher beschränkte. Besucher konnten vorab Zeitslots buchen und die Tickets auf diesem Wege sofort zahlen.

An den Wochentagen standen frühmorgens, vormittags und nachmittags insgesamt drei Zeitfenster zur Verfügung, am Wochenende zwei Zeitfenster, entweder vormittags oder nachmittags. Die Höchstzahl der Besucher war im Gegensatz zu Vor-Pandemie-Zeiten erheblich beschränkt. Beispiel Römerbad: Wo sich vormals an einem heißen Sommertag 6000 Badegäste tummelten, durften es 2020 nur noch 950.

Palm berichtet von guten Erfahrungen, die sich auch in erfreulich vielen positiven Nachrichten der Besucherinnen und Besucher niedergeschlagen hätten. In einer ähnlichen Form wolle man die Saison in diesem Jahr bestreiten, vorbehaltlich natürlich der Vorgaben der Coronaschutzverordnung. Um die Terminbuchung, die Bezahlung und die Datenrückverfolgung im Falle einer Ansteckung einfach zu halten, habe das Bäderamt eine neue Software gekauft, die im Gegensatz zu der aus dem Vorjahr direkt mit dem Kassensystem gekoppelt ist. 2020 übrigens sind keinerlei Virusübertragungen nachweislich auf einen Badbesuch zurückzuführen gewesen, sagte Palm.

Ute Pilger, Vorsitzende des Bonner Stadtsportbundes, sagte, Lernkurse für Kinder und Jugendliche könnten in dieser Saison ob der Beschränkungen nicht in den Freibädern stattfinden: „Die Vereine werden aber versuchen, Kurse in den Schulschwimmbädern auch über die Ferien anzubieten, wenn das die Lage zulässt.“ Dazu fänden Gespräche mit dem Bäderamt statt. Eine „Schwimmoffensive“ sei geboten, „denn viele Kinder waren praktisch ein Jahr lang zum Nichtstun verdammt“. Gerade viele Nichtschwimmerinnen und -schwimmer im Alter von vier bis sechs Jahren hätten in dieser Zeit nichts lernen können oder das Gelernte nicht vertiefen können.