1. Bonn
  2. Stadt Bonn

Fridays for Future in Bonn: Mehrere hundert Aktivisten demonstrieren für mehr Klimaschutz

Fridays for Future : Rund Tausend Demonstranten ziehen bei Klima-Demo durch Bonn

Rund Tausend Teilnehmer setzten sich auf der Demo von Fridays for Future in Bonn für mehr Klimaschutz ein. Begonnen hatte die Kundgebung trotz steigender Inzidenzahlen um 11.30 Uhr auf der Hofgartenwiese.

Die beiden jungen Männer, die am Rand der Hofgartenwiese die Fridays-for-Future-Demonstration auf der Adenauerallee beobachteten, wussten nicht so recht, ob sie das gut finden sollten oder nicht. Wegen Corona eigentlich nicht, fanden sie. Im Prinzip sei es aber in Ordnung, für das Klima zu demonstrieren. „Wir müssen ja alle Verantwortung tragen.“

Dieser Ansicht waren auch die Klima-Aktivisten, und deshalb hatten sie parallel zu Veranstaltungen in mehr als 880 Städten weltweit auch in Bonn zum Mitmachen aufgerufen. Auf die Frage, warum in der jetzigen Corona-Situation eine Veranstaltung mit 3000 angekündigten Teilnehmern erlaubt wurde, verwies die Bonner Polizei auf das Versammlungsrecht, auf strenge Auflagen der Stadt und gute Erfahrungen: „Die Veranstalter haben in der Vergangenheit gezeigt, dass sie gewissenhaft mit den Bedingungen umgehen können.“

Die Demonstranten trafen sich wie gewohnt auf der Hofgartenwiese, wo es eine Auftaktkundgebung mit Redebeiträgen zum Motto #NoMoreEmptyPromises gab. Die Redner forderte die Umsetzung von Klimazielen, etwa den Kohleausstieg bis 2030 sowie Klimaneutralität und eine zu 100 Prozent erneuerbare Energieversorgung bis 2035. Die Teilnehmer mussten Masken tragen und Kontaktzettel ausfüllen, auf der Wiese waren mit Kreide Blöcke markiert, in denen man sich aufstellen sollte.

Dann teilte sich die Menschenmenge auf: Ein Zug ging zum Rheinufer und dann über die Adenauerallee und den Bertha-von-Suttner-Platz, der andere über die Poppelsdorfer Allee und die Viktoriabrücke. Man traf sich an der Alten VHS (siehe Infokasten) in der Wilhelmstraße, wo die Bonner Band Twentyseven für die Demonstrierenden spielte. Laut Ada vom Verein Rhizom wollte man damit auch auf die Situation des soziokulturellen Zentrums aufmerksam machen: Der Verein soll wieder raus, die Stadt will das Gebäude zur Kita umbauen und hatte Zusagen gemacht, nach räumlichen Alternativen zu suchen. Bislang gebe es aber keine akzeptablen Vorschläge, so Ada.

Anschließend machte sich der wiedervereinigte Protestzug auf den Rückweg zur Hofgartenwiese, wo man mit gut einstündiger Verspätung die Veranstaltung auflöste. Die Veranstalter hatten 2000 Teilnehmer gezählt, laut Polizei war die Zahl knapp vierstellig.   Die Teilnehmer hatten kein Problem mit der Menschenmenge. „Fridays for Future achtet immer sehr auf die Hygienekonzepte“, meinte Sven, Vater von Ida (11). Sorgen mache er sich nicht, man sei ja auch draußen an der frischen Luft.

Die Passanten waren gemischter Ansicht, was die Demonstration anging. „Es ist gut, wenn diese Generation für ihre Zukunft demonstriert“, meinte etwa ein Mann, der am Bertha-von-Suttner-Platz auf die Bahn wartete. Eine Frau neben ihm fand eine solche Menschenansammlung in diesen Zeiten eher grenzwertig. Man müsse doch Kontakte vermeiden, „das widerspricht sich ja eigentlich“.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Der General-Anzeiger arbeitet dazu mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Wie die repräsentativen Umfragen funktionieren und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.