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"Sport um Mitternacht": Frisbee spielen statt sich zu langweilen

"Sport um Mitternacht" : Frisbee spielen statt sich zu langweilen

Stadtsportbund will mit seinem Angebot vor allem Jugendliche ansprechen. Rund ging es in der Halle des Sportparks Nord. Zu lauter Musik und bei ausgelassener Stimmung präsentierten sich verschiedene Sportarten. Bei der Auftaktveranstaltung des Mitternachtssports hatten Jugendliche die Möglichkeit sich im Badminton, Tischtennis, Floorball, Frisbee oder Judo zu versuchen.

Sport statt Feiern ist die Devise des Mitternachtssports. Mit dem Projekt will der Stadtsportbund Jugendlichen eine alternative und sinnvolle Freizeitbeschäftigung anbieten. "Viele wissen einfach nicht, was sie mit sich anfangen sollen, sitzen abends irgendwo in der Stadt und trinken", sagte Nina Heinzen. Sie hofft, dass der Mitternachtssport sich schnell etabliert und die "Jugendlichen von der Straße holt".

Leider nahmen sehr wenige Jugendliche das Angebot am Freitagabend wahr. Dennoch war die Stimmung beim ersten Mitternachtssport gut, und die Vereinsmitglieder nutzten die Zeit, andere Sportarten näher kennen zu lernen. So hatten manche Frisbee-Spieler Badmintonschläger in der Hand und andere gaben beim Tischtennis alles.

Besonders Frisbee zog viele in seinen Bann. Die meisten kannten nur das "Frisbee-Spielen" auf der Wiese und sahen den Teamsport zum ersten Mal.

Tatjana Laug ist Mitglied des jungen Bonner Sportvereins "Bonnsai" und klärte Interessierten über ihren Sport auf. "Es ist ein komplett fairer Sport, da ohne Schiedsrichter gespielt wird und alle Unstimmigkeiten direkt geklärt werden", erläuterte sie. Trotz der geringen Teilnahme beim ersten Mitternachtssport, ist sie begeistert von der Aktion. "Ich verspreche mir sehr viel davon und hoffe, dass es von Woche zu Woche bekannter wird", sagte Laug.

Der Mitternachtssport steht unter dem Thema Integration durch Sport. Egal aus welchem sozialen Umfeld und mit welcher Motivation, alle 16- bis 21-Jährigen sind bei der Aktion willkommen. "Vereinssport ist oft sehr teuer, und viele können sich das nicht leisten", so Nina Heinzen.

Ähnlich wie beim Uni-Sport sollen junge Leute nun die Chance haben, viele verschiedene Sportarten kennen zu lernen und ihre Stärken zu entdecken. Die kostenlosen Angebote sind zukünftig in der ganzen Stadt verteilt, und von Mehlem bis Graurheindorf rufen die Vereine freitagsabends zum Sport auf.