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Zentraler Omnibusbahnhof: Für den Umbau fehlt noch das Geld

Zentraler Omnibusbahnhof : Für den Umbau fehlt noch das Geld

Jetzt fehlt nur noch das Geld. Nach dem Durchschlagen des Gordischen Knotens Südüberbauung ist auch der Weg frei für die Umgestaltung des Zentralen Busbahnhofs (ZOB).

„Bislang haben wir zweigleisig geplant, weil völlig ungewiss war, ob es überhaupt zum Abriss der Südüberbauung kommt“, sagt Bonns Verkehrsplaner Helmut Haux. „Jetzt, da feststeht, dass das Gebäude abgerissen wird, können wir mit unserer dafür vorgesehenen Planungsvariante in die Feinplanung gehen – und haben endlich mehr Platz.“

Klar war, der Busbahnhof muss umgestaltet werden. Die Pläne und zukünftigen Verkehrsführungen sind auch schon mit der Politik wie auch mit den Stadtwerken und verschiedenen Verbänden und Vereinen abgesprochen. Kritik gibt es zwar nach wie vor: Vor allem der ADFC hält den geplanten Zweirichtungsradweg vor dem Hauptbahnhof für kritisch. Und der Städtebaubeirat hatte sich ziemlich negativ über die Neuordnung des ZOB geäußert.

„Es wird aber deutliche Verbesserungen bringen“, ist Haux überzeugt. Laut Plan wird die Maximilianstraße für den Autoverkehr zwischen Kaiserplatz und Wesselstraße gesperrt. Das heißt, der Verkehr aus der Wesselstraße darf nicht mehr nach rechts abbiegen, sondern wird zunächst nach links und dann einmal um den Busbahnhof herumgelenkt. Froh ist Haux, dass am nördlichen Ende mit dem Wegfall des City-Picks mehr Platz für die Busse geschaffen werden kann. „Jetzt lassen sich die Halteplätze besser ordnen, und wir können die Fahrkurve der langen Gelenkbusse berücksichtigen“, er-klärt Haux. Auch die breitere Straße zwischen dem zukünftigen Maximilian-Center und dem Hauptbahnhof schafft Entlastung für die Verkehre.

Der Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR), der für die Investitionsförderung von ÖPNV- sowie SPNV-Maßnahmen zuständig ist, hatte bereits signalisiert, dass es bis 2019 kein Geld geben soll (der GA berichtete). Für den Umbau des ZOB sind seit 2015 im städtischen Haushalt zwar 9,8 Millionen Euro bereitgestellt, allerdings kann die Stadt mit Zuschüssen von 70 bis 90 Prozent rechnen.

Noch fehlt auch die konkrete Gestaltung der Aufbauten, also Dächer in den Haltezonen, den Ticketverkauf und die kleine Leitstelle. Die sollte eigentlich ausgeschrieben werden. „Wir hätten auch gerne die anderen Preisträger von dem damaligen städtebaulichen Wettbewerb mitgenommen“, sagt Haux. Aber das gehe aus rechtlichen Gründen nicht. Die Planung liege somit in den Händen des Wettbewerbssiegers Peter Schmitz. Der Professor aus Köln hat auch die Haltestellen auf dem Bertha-von-Suttner-Platz und am Stadthaus entworfen.

Jetzt, da die Architektur des Maximilian-Centers feststehe, könnte die Gestaltung des ZOB angepasst werden, meint Haux. Er hofft, dass die Finanzierungszusage so rechtzeitig vorliegt, dass der Umbau bis zum Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 abgeschlossen sein wird. „Früher wäre ein Umbau gar nicht möglich, weil wir ab Anfang 2017 mehrere Großbaustellen in der Innenstadt haben.“ Neben Maximilian-Center und dem Bau der drei Gebäude des Urban Soul zwischen Bonner Loch und Thomas-Mann-Straße wird auch die denkmalgeschützte Bahnsteighalle im Hauptbahnhof saniert.