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Für Heino wird das Autokonzert in Bonn eine neue Erfahrung

Interview mit Heino : „Ich werde in Bonn so richtig rocken!“

Musiker eröffnet Autokonzert-Reihe am alten Schlachthof. Diese Art von Bühne ist neu für den 81-Jährigen, der sich in der Vergangenheit musikalisch als durchaus vielseitig zeigte.

An diesem Freitag wird in Bonn mit einem Auftritt des Schlagersängers Heino das erste Autokonzert an der Immenburgstraße stattfinden. Die besondere Veranstaltungsreihe, die aus einem Programm aus Konzerten und Comedy-Auftritten namhafter Künstler besteht, wurde von den beiden Veranstaltungsagenturen RheinEvents und fünfdrei Eventagentur ins Leben gerufen. Da aufgrund der Ansteckungsgefahr mit dem Covid-19-Virus große Menschenansammlungen verboten sind, haben die Veranstalter mit den Autokonzerten eine sichere Alternative gefunden. Für Heino, der einen Bekanntheitsgrad  von nahezu 100 Prozent hat, wird der Auftritt in der Bundesstadt etwas Besonderes sein. Im Vorfeld sprach GA-Redakteur Maximilian Mühlens mit dem Sänger. Die Fragen wurden schriftlich gestellt.

Seit Wochen hat die Corona-Epidemie Deutschland fest im Griff: Wie erleben Sie diese ungewöhnliche Zeit?

Heino: Ungewöhnlich ist diese Zeit in der Tat. All das, was wir gewohnt sind, ist jetzt anders. Und niemand weiß, wie lange dieser Zustand noch anhält. Meine Frau Hannelore und ich halten uns an die Auflagen der Regierung, hoffen aber, dass dieser Spuk bald ein Ende hat.

Fühlen Sie sich durch die Abstands- und Hygieneregeln sowie dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz sicher?

Heino: Wir verlassen das Haus so gut wie gar nicht. Nur zum Spaziergengehen. Wir werden von einem befreundeten Ehepaar betreut, frühstücken gemeinsam, spielen Karten, Essen gemeinsam zu Abend und gucken fern.

Die Krise hat vor allem die Kulturszene hart getroffen – die Einschnitte haben historische Ausmaße. Glauben Sie, dass die Krise die Konzertkultur grundlegend verändern wird? Menschenmassen vor einer Bühne sind derzeit ja undenkbar…

Heino: Für uns Künstler und all diejenigen, die in der Showbranche arbeiten, ist das Ausmaß sehr schlimm. Tradition und Brauchtum ist Teil unserer Kultur. Nicht erst seit jüngerer Vergangenheit. Die Menschen wollen unterhalten und abgelenkt werden. Aber sehr viele sind verunsichert. Ich hoffe, dass bald klare Aussagen seitens der Regierung getroffen werden, wie man Veranstaltungen durchführen kann und ab wann. Wir sind ja aktuell auch im Vorverkauf für meine Konzerttournee „Heino goes Klassik“ mit großem Orchester. Mit dabei habe ich auch Star-Geiger Yury Revich. Hier brauchen wir Planungssicherheit seitens des Gesetzgebers. Der lässt aber leider – noch – auf sich warten. Ich hoffe auf baldige und klare Aussagen.

Ein neues Erlebnis sind Konzerte, die als Autokonzerte stattfinden. Sie werden am 15. Mai die Autokonzert-Reihe in Bonn eröffnen. Ist es Ihr erstes Autokonzert? Welche Erwartungen haben Sie?

Heino: Ich habe in 60 Jahren schon viel erlebt in dieser Branche. Aber im Autokino bin ich noch nie aufgetreten. Mit meinen 81 Jahren also eine absolute Premiere. Es wird für mich neu sein, auf Motorhauben und nicht in das Gesicht meiner Fans zu schauen. Ich hoffe, dass mich – und somit auch den Veranstalter – viele Fans unterstützen und zu dem Autokonzert kommen. Wir Künstler brauchen unsere Fans!

Würden Sie selber auch Autokonzerte besuchen?

Heino: Oh, ich würde gerne mit Hannelore wieder ein Konzert besuchen, und warum nicht in einem Autokino? Ich finde die Idee reizend und innovativ. In dieser Zeit muss man erfinderisch sein.

Vom Publikum werden Sie während Ihres Auftrittes kaum etwas mitbekommen: Es wird keinen Applaus geben, die Auflagen der Stadt Bonn sehen auch vor, dass die Besucher die Hupe und auch die Lichthupe nicht betätigen dürfen. Wird Ihnen der Kontakt zum Publikum fehlen?

Heino: Ja, es wird  ein ungewohntes Gefühl sein. Ein Künstler lebt ja auch vom Applaus und diesen braucht man, um zu wissen, wie das Publikum das annimmt, was man gerade auf der Bühne macht. Ich bin gespannt, wie es sich anfühlen wird, und hoffe auf die Unterstützung meines Publikums!

Dürfen sich die Bonner auf den rockigen Heino freuen oder doch eher auf den Schlagsänger? Wird es auch den ein oder anderen Klassiker geben, den die Besucher dann durch ihre Autoradios hören können?

Heino: Ich werde die komplette Palette singen. Von „Blau blüht der Enzian“ über die „Schwarze Barbara“, „Mohikaner“ bis hin zu den Titeln von „Rammstein“, „den Ärzten“ und den „Toten Hosen“. Es wird für jeden etwas dabei sein. Im Gepäck habe ich auch noch zwei hübsche Samba-Tänzerinnen, die dem Publikum so richtig einheizen werden. Ich verspreche, ich werde in Bonn so richtig rocken!