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Fußball-EM 2021: Public Viewing - Stadt Bonn erlaubt Übertragung in Gastronomie

Public Viewing in der Gastronomie : Public Viewing soll nun doch mit Ton stattfinden dürfen

Am Freitag beginnt die Fußball-EM. Die Bonner Gastronomen dürfen die Spiele zwar zeigen, allerdings sollte dies zuerst nur ohne Ton möglich sein. Nun änderte die Stadt ihre Meinung.

Spitzenfußball als öffentliches Gemeinschaftserlebnis vor dem Großbildfernseher und dabei Jogi Löws Team bei der EM in der gerade erst wieder eröffneten Außengastronomie anfeuern: Und das alles ohne Ton? Ein Szenario, das für Fußballfans skurril anmutet. Am Montag hatte die Stadt Bonn auf GA-Anfrage mitgeteilt, dass Public Viewing zur am 11. Juni startenden Fußball-EM nur geräuschlos auf Straßen und Plätzen erlaubt sein soll. Am Dienstagnachmittag hieß es nun, dass man dafür sorgen wolle, dass Übertragungen nun doch mit Ton gezeigt werden können. Demnach werde man am Mittwoch dem Krisenstab vorschlagen, Public Viewing bis maximal 24 Uhr zu ermöglichen.

Geregelt sind Situationen wie das anstehende Rudelgucken zur EM im Landes-Immissionsschutzgesetz (LImschG). In Paragraf 9 ist dort der Schutz der Nachtruhe ab 22 Uhr festgeschrieben, Ausnahmen für Außengastronomie sind aber jederzeit möglich, und zwar eben bis Mitternacht. Von einem stillen Szenario ist bei einer solchen Ausnahme nicht die Rede.

In einer Erklärung des Bonner Presseamtes hieß es am Dienstag: „Die Überlegung, dass das Ansteckungsrisiko im Freien auch bei mehreren Personen geringer ist als im häuslichen Umfeld, hat bei der Abwägung der Argumente, die in erster Linie auf den vom LImschG vorgegebenen Lärmschutz basieren, den Ausschlag gegeben.“ Man beruft sich also auf das erwähnte Gesetz und stellt die dadurch mögliche Ausnahmeregelung für Public Viewing in Aussicht. Auf Anfrage war am Dienstag keine neuerliche Begründung für die am Tag zuvor kommunizierte Regelung zu bekommen. Da hatte man sich noch auf fehlende rechtliche Grundlagen für eine akustische Untermalung berufen.

Der Bonner NRW-Landtagsabgeordnete Guido Déus (CDU) zeigte sich höchst verwundert über das Vorgehen der Stadt. Als Reaktion auf die GA-Berichterstattung und die darin enthaltene Information über eine geplante Ohne-Ton-Regelung für Bonn während der EM habe er den Kontakt mit der zuständigen Landesministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) gesucht. „Es gab schließlich keine Grundlage für eine solche Regelung“. Déus reagierte mit Unverständnis auf den „offensichtlichen Alleingang der Stadt“, die Spiele ohne akustische Untermalung in Bonn zeigen zu lassen. „Hätte man kommuniziert: Wir wollen größere Ansammlungen vermeiden und die Menschen schützen – das hätte ich verstanden. So kann ich diese Aktion allerdings nicht nachvollziehen“.

Ebenfalls am Dienstagnachmittag stellte das Ministerium von Heinen-Esser in einer Mitteilung klar, dass zur EM in der Außengastronomie Bild- und Tonübertragungen grundsätzlich bis 24 Uhr erlaubt seien. „Konkret entscheiden die Kommunen“, heißt es weiter.