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Gewitter und Unwetter über Bonn und Rhein-Sieg-Kreis: Feuerwehr im Einsatz

Bonn, Rhein-Sieg und Kreis Ahrweiler : Heftige Gewitter sorgen für zahlreiche Einsätze in der Region

Nach der Hitze der vergangenen Tage entlud sich der Himmel in der Nacht zu Sonntag mit Gewittern und Starkregen über Bonn und der Region. Alleine im Rhein-Sieg-Kreis rückte die Feuerwehr zu 130 Einsätzen aus. Am Bonner Hauptbahnhof sorgte das Unwetter für einen Stromausfall.

Unruhige Nacht für die Einsatzkräfte in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis. Nach der Hitze der vergangenen Tage kam es in der Nacht zu Sonntag zu zahlreichen Gewittern mit Starkregen. Alleine die Feuerwehr im Rhein-Sieg-Kreis musste in der Nacht zu 130 Einsätzen ausrücken. Dabei ging es vor allem um vollgelaufene Keller und Straßen, wie die Rettungsleitstelle am Sonntagmorgen mitteilte. So auch an der Johann-Quadt-Straße in Sankt Augustin. Hier staute sich das Wasser in der Bahnunterführung, die Feuerwehr musste die Gullydeckel entfernen, damit das Wasser ablaufen konnte. In Much kam es zu einem Brand auf einer Dachterrasse, der von den Einsatzkräften der Feuerwehr gelöscht werden musste. Verletzte gab es aufgrund des Unwetters nicht.

Fast auf den Tag genau zwei Wochen nach dem schweren Unwetter, das vor allem im Oberpleiser Gewerbegebiet „In der Brückenwiese“ und in Uthweiler massive Schäden angerichtet hat, sind in der Nacht zu Sonntag mehrere Gewitterfronten über das Siebengebirge hinweg gezogen. Die Feuerwehren in Königswinter und Bad Honnef meldeten bis Sonntagnachmittag mehr als 40 Einsätze. Während sich in Bad Honnef die Fahrten für die Feuerwehr auf das Tal beschränkten, war in Königswinter erneut vor allem die Bergregion betroffen. „Allerdings weniger punktuell auf einen Ort begrenzt als noch vor zwei Wochen“, so Lutz Schumacher, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Königswinter.

 In Königswinter-Uthweiler war die Straße nach dem Starkregen voller Schlamm.
In Königswinter-Uthweiler war die Straße nach dem Starkregen voller Schlamm. Foto: Ralf Klodt

Siegburger Straße Höhe Uthweiler wieder betroffen

Einsätze gab es dieses Mal unter anderem auch in Stieldorf, Eudenbach und Vinxel. Aufgrund einer „massiven Verschlammung“ musste die Siegburger Straße (L 143) bei Uthweiler für Reinigungsarbeiten am Sonntag gesperrt werden. Von einer „unruhigen Nacht“ mit insgesamt 28 Einsätzen bis Sonntagmittag berichtet Schumacher. Die erste Alarmierung aufgrund von Unwetterschäden ging um 23.43 Uhr ein, kurz darauf wurde das Lagezentrum im Feuerwehrhaus Oberdollendorf zur Koordination der Einsätze besetzt. Bis 5 Uhr morgens rückten vier Einheiten mit rund 80 Wehrleuten zu insgesamt 18 Einsätzen aus.

In zwölf Fällen handelte es sich um vollgelaufene Keller. Auf dem Hüscheider Weg und der Landesstraße 331 in Höhe Ittenbach sorgten umgestürzte Bäume und abgerissene Äste für Verkehrsbehinderungen. Schlamm und Wasser verunreinigten etliche Straßen.

Wie bereits vor zwei Wochen war wieder die Siegburger Straße (L 143) in Höhe Uthweiler von der Schlammflut betroffen. Feuerwehr und Mitarbeiter des Baubetriebshofs leisteten Aufräumungs- und Reinigungsarbeiten. Aufgrund der „massiven Verschlammung“ hätte sich der zuständige Landesbetrieb Straßen.NRW dann in Abstimmung mit dem Ordnungsamt der Stadt Königswinter dazu entschieden, die Straße für die Dauer der Reinigungsarbeiten ab der Kreuzung L 331 und L 143 bis in Höhe Buchholzer Straße zu sperren, erklärte am Sonntag die Polizei Bonn auf Anfrage. Eine Spezialfirma sei beauftragt worden, die hartnäckigen Verschmutzungen zu beseitigen. Erste Prognosen, die Arbeiten seien innerhalb von drei Stunden abgeschlossen, bewahrheiteten sich allerdings nicht: Am Sonntagabend dauerte die Reinigung an. Wann die Sperrung aufgehoben werden kann, war laut Polizei am Abend noch nicht absehbar.

Kein Einsatz der Bad Honnefer Feuerwehr in der Bergregion

Keinen einzigen Einsatz in der Bergregion der Stadt gab es hingegen für die Einsatzkräfte der Bad Honnefer Feuerwehr. „Bei uns konzentrierte sich alles auf das Tal“, so Björn Haupt, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr in Bad Honnef. Zu insgesamt 15 Einsätzen rückte die Wehr aus. „In der Hauptsache handelte es sich hier um vollgelaufene Keller sowie um einen umgestürzten Baum“, so Haupt. Im Einsatz waren 41 Wehrleute, die um 3 Uhr in der Nacht wieder einrücken konnten.

Glimpflich kamen offenbar auch die Menschen im nördlichen Teil des Kreises Neuwied bei dem Unwetter davon: Wie die Polizei Linz mitteilt, stürzten an mehreren Stellen im Zuständigkeitsgebiet zwar Bäume um, glücklicherweise wurde dabei niemand verletzt. Geringer Sachschaden entstand in den frühen Morgenstunden zudem bei einem Blitzeinschlag in einem unbewohnten Wohnhaus in Linz. Laut Polizei gelang es der Feuerwehr schnell, das Feuer zu löschen.

Defekte Rolltreppe und gesperrte Passage am Bonner Hauptbahnhof

Gleiches Bild in Bonn, keine Verletzten, dafür aber 21 Einsätze für die Feuerwehr. Auch hier handelte es sich vornehmlich um vollgelaufene Keller und zurückgestautes Wasser in Häusern und Straßen aufgrund des Starkregens. Alle Einsätze konnten laut Feuerwehr aber mit den eigenen Kräften sowie den Kräften der Freiwilligen Feuerwehr gestemmt werden. Das Unwetter hinterließ zudem Schäden am Hauptbahnhof in Bonn. Nach einem Stromausfall ist der Durchgang vom Zentralen Omnibusbahnhof zu den Stadtbahngleisen des Bahnhofs abgesperrt worden. Die Dauer der Sperrung ist noch nicht bekannt. Die Rolltreppe am Maximiliancenter ist aufgrund des Stromausfalls nicht mehr funktionstüchtig und soll in den kommenden Tagen repariert werden.  Nicht betroffen sind die Rolltreppen an der Thomas-Mann-Straße zu den Stadtbahngleisen. Gehbehinderte Fahrgäste können den Aufzug an Gleis 1 nutzen, um zu den Stadtbahnen zu gelangen.

Zu vier Einsätzen musste die Rheinbacher Wehr ausrücken. In zwei Fällen waren Äste beziehungsweise ein Baum auf die Fahrbahn der A61 gefallen, so Celine Wirtz, stellvertretende Sprecherin der Rheinbacher Feuerwehr. Zudem musste die Feuerwehr einen weiteren Baum beseitigen, der in Wormersdorf umgestürzt war und eine Straße blockierte. Auch galt es im Laufe der Nacht noch einen Keller in Ramershoven leer zu pumpen, in den Regenwasser eingedrungen war.

Hauptsächlich Wasserschäden in Köln

Die Feuerwehr in Köln meldete am Sonntagmorgen insgesamt 244 witterungsbedingte Einsätze im Stadtgebiet, die die Kräfte zu bewältigen hatten. „Um 1 Uhr erhöhte sich schlagartig die Anzahl der zu bearbeitenden Notrufe. Diese hatten ihren Schwerpunkt in den Stadtbezirken Lindenthal, Ehrenfeld, Nippes und Chorweiler“, so die Feuerwehr. Hauptsächlich handelte es sich bei den Notrufen um Wasserschäden, die aufgrund von Kanalrückstau verursacht worden waren. Bis 7 Uhr dauerten die Einsätze zur Beseitigung der Schäden.

Wie ein Sprecher am Sonntag sagte, pumpten Einsatzkräfte im Kreis Ahrweiler und in der Region rund um Cochem zahlreiche überschwemmte Keller aus und beseitigten Geröll und umgestürzte Bäume von den Straßen. Verletzte habe es einer ersten Einschätzung zufolge aber nicht gegeben. Außerdem hätten nach Blitzeinschlägen drei Dachstühle in Flammen gestanden. „Feuerwehrleute, die im Einsatz waren, haben von einer enormen Blitzdichte gesprochen“, sagte der Feuerwehrsprecher. Es habe ungewöhnlich oft kurz hintereinander geblitzt.

In Heimersheim schwollen die Wassermassen zu einem reißenden Strom an und nahmen Schlamm und Geröll mit sich. Insgesamt 25 Helfer des Technischen Hilfswerkes Ahrweiler waren mit Unterstützung der Kollegen aus Sinzig bis in die frühen Morgenstunden insgesamt fünfeinhalb Stunden im Einsatz. Sie versuchten zu retten was zu retten war, indem sie 480 Sandsäcke herbei schleppten und an besonders gefährdeten Stellen ablegten. Die Bergungsgruppe half dabei, die Keller leer zu pumpen.

Gesamten Kräfte rund um die Ahr in Bereitschaft gesetzt

Die gesamten Feuerwehrkräfte aus Bad Neuenahr-Ahrweiler, Gönnersdorf, Niederlützigen, Brohl und Bad Breisig waren zusammengezogen worden. Nach kleineren Einsätzen in der Kreisstadt fuhren sie gleich weiter nach Heimersheim, um dort die unzähligen Keller vom Wasser und Schlamm leer zu pumpen. Selbst am Sonntagmorgen noch waren die Spuren des stundenlangen nächtlichen Einsatzes zu sehen. Wie der Ahrweiler Feuerwehrchef Marcus Mandt mitteilte, waren nach einer ersten Bilanz insgesamt rund 70 Keller vollgelaufen. Die Feuerwehr war allerdings nach dem ersten Schauer vorbereitet, weil der Vater einer Feuerwehrkameradin im Hauptjob Meteorologe ist und von der Zentrale in Bad Neuenahr-Ahrweiler aus sehr genaue Prognosen stellen konnte, so dass die Feuerwehr einige besonders gefährdete Keller mit Schutzmaßnahmen sichern konnte. Auch am Sonntag noch waren die Hilfekräfte mit der Beseitung der Schäden befasst.

Die Gefahr von Gewittern scheint dagegen zunächst einmal vorüber. Am Sonntagmorgen gegen 8.30 Uhr lagen die Temperaturen bei 22 Grad, diese steigen im Laufe des Tages auf 28 Grad. In der Nacht zu Montag kann es in NRW zu neuerlichen Gewittern kommen. Diese sollen vor allem im Süden und Osten auftreten.