1. Bonn
  2. Stadt Bonn

Glasfaserausbau: Spitzenwerte in Köln, wenig Leitungen in Bonn und der Region

Schnelles Internet : Spitzenwerte in Köln - kaum Glasfaserleitungen in Bonn und der Region

Während Köln bei den Glasfaserleitungen auf eine Ausbauquote von rund 80 Prozent kommt, liegt der Anteil der Anschlüsse in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis weit darunter. Schnell gesurft werden kann in Bonn aber trotzdem.

Bei einem Vergleich der 20 größten deutschen Städte ist der Glasfaserausbau für private Haushalte in Köln am weitesten vorangeschritten: Die Ausbauquote liegt hier bei rund 80 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox, das sich auf Daten aus dem Breitbandatlas des Bundesministeriums für digitale Infrastruktur bezieht. In der Auswertung werden die Städte dahingehend verglichen, inwiefern Glasfaserleitungen tatsächlich bis in die Häuser („Fibre to the Building“) oder sogar in die Wohnungen („Fibre to the Home“) der Verbraucher verlegt sind.

Unter den größten deutschen Städten erreichen lediglich Köln, München und Hamburg sehr gute Werte bis zu 80 Prozent beim Glasfaserausbau. Mehrere Großstädte in Nordrhein-Westfalen, darunter Dortmund, Bochum, Münster, Düsseldorf und Essen, liegen hingegen bei einer Ausbauquote von maximal fünf Prozent.

Sieben Prozent Glasfaseranteil in Bonn

Auch Bonn kann mit einem Glasfaseranteil von rund sieben Prozent bei weitem nicht mit Köln mithalten. Das heißt aber nicht, dass in der Bundesstadt nicht schnell gesurft werden könnte. Im Vergleich der 20 Großstädte ist die Versorgung mit Kabelinternet in Bonn mit 98 Prozent am höchsten. „Das reicht den meisten Nutzern heute noch vollkommen aus“, meint Verena Blöcher von Verivox. Und auch über Kabelinternet ist in vielen Haushalten eine Surfgeschwindigkeit von 1000 Megabit pro Sekunde, also einem Gigabit, verfügbar. In Bonn könnten 66 Prozent der Haushalte eine solche Geschwindigkeit erreichen.

Kabelanschlüsse seien also nicht unbedingt langsamer als Anschlüsse mit einer Glasfaserleitung, sagt Blöcher. Gerade mit Blick auf die Zukunft sei Glasfaser aber stabiler, speziell beim gleichzeitigen Zugriff auf die Verbindung von mehreren Hausbewohnern.

Rhein-Sieg-Kreis hinkt beim Breitbandausbau etwas hinterher

Für 99 Prozent der Haushalte in Bonn sind zwar keine gigabitfähigen Anschlüsse verfügbar, aber immerhin Anschlüsse mit einer Geschwindigkeit von 200 Megabit pro Sekunde. Etwas anders sieht das im Rhein-Sieg-Kreis aus: Hier ist für 98 Prozent der Haushalte eine Verbindung mit 50 Megabit pro Sekunde verfügbar, für 82 Prozent mit 100 Megabit pro Sekunde, für 77 Prozent mit 200 Megabit pro Sekunde und für 43 Prozent der Haushalte ist eine gigabitfähige Verbindung verfügbar.

Dem Rhein-Sieg-Kreis stehen aktuell jedoch rund 20 Millionen Euro an Fördergeldern von Land und Bund zur Verfügung, mit denen 25.000 Haushalte und 2000 Gewerbebetriebe ausgebaut werden sollen. Wie der Kreis mitteilt, wird der Ausbau in unterversorgten Bereichen von Much, Eitorf, Hennef, Königswinter, Lohmar, Neunkirchen-Seelscheid und Teilen von Ruppichteroth und Windeck umgesetzt. Auch einige Bereiche im westlichen Rhein-Sieg-Kreis sollen schnelleres Internet bekommen. Zudem erhalten 184 Schulen aus dem Kreisgebiet einen Glasfaseranschluss bis ans Gebäude. Insgesamt sollen bei dem Förderprojekt 430 Kilometer Glasfaser neu verlegt werden. Bis November 2021 soll der Ausbau abgeschlossen sein.