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Kommentar zu Containerklassen: Glatte Fehlplanung

Kommentar zu Containerklassen : Glatte Fehlplanung

Weil nicht Vorsorge getroffen wurde, muss die Stadt Bonn jetzt Container aufstellen, damit genügend Schulklassen angeboten werden können.

Dass die Bonner Bevölkerung wächst, vor allem im Bonner Norden, wo die Mieten noch einigermaßen erschwinglich sind, ist doch seit Jahren bekannt. Auch liegt es auf der Hand, dass immer dort, wo Neubausiedlungen entstehen, in aller Regel junge Familien mit kleineren Kindern zuziehen, die natürlich Kita- und Schulplätze benötigen.

Dass die Stadt Bonn nun erneut wieder für viel Geld Provisorien in Form von Containerklassen aufstellen muss, um möglichst allen Kindern in Buschdorf und Tannenbusch wohnortnah einen Grundschulplatz bieten zu können, ist eine glatte Fehlplanung. Und zeugt von mangelnder politischer Weitsicht. Vielmehr hätten die Planungen für einen Schulneubau längst abgeschlossen sein können, ja, der erste Spatenstich hätte längst erfolgen müssen.

Für diese Erkenntnis musste man letztendlich auch nicht unbedingt auf den neuen, ohne Frage längst überfälligen Schulentwicklungsplan warten. Denn es ist auch ohne diesen Schulentwicklungsplan schon lange unstrittig, dass im Bonner Norden viel zu wenige Plätze in den offenen Ganztagsschulen vorhanden sind. Das wusste man auch bereits, bevor in Bonn die Flüchtlingszahlen drastisch angestiegen sind.

Die Experten gehen übrigens davon aus, dass die Stadt Bonn angesichts der steigenden Geburtenrate in den kommenden Jahren sogar mindestens fünf neue bis zu vierzügige Grundschulen benötigen wird. Hinzu kommt der parallel wachsende Bedarf an OGS-Plätzen.

Am Rande der Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts der Stadt Bonn hatte Oberbürgermeister Ashok Sridharan versprochen, auch der Schul- und Kitaneubau stehe ganz oben auf der Agenda der Stadt Bonn. Schließlich soll die Zahl der Einwohner Bonns im Jahre 2040 um 30 000 höher als heute liegen. Seinen Worten muss der Oberbürgermeister unbedingt Taten folgen lassen.