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GoFlux in Bonn: So funktioniert die neue Mitfahr-App

„GoFlux“ : So funktioniert die neue Mitfahr-App für Bonn

Eine neue App bietet Gelegenheit, Fahrgemeinschaften zu bilden. Die Stadtwerke Bonn und der Erfinder stellen GoFlux vor.

Fast schon sinnbildlich waren Zeit und Ort der Vorstellung gewählt: Es kostete einige Mühe, Anja Wenmakers, SWB-Geschäftsführerin Bus und Bahn, genau zu verstehen, als sie vom „großen Verkehrsfluss in der Stadt“ und dessen politisch gewollter Eindämmung sprach. Der mittägliche Lautstärkepegel der Welschonnenstraße, einschließlich überbordender Bremsmanöver und gelegentlicher Hupkonzerte frustrierter Verkehrsteilnehmer, ist vielen Bonnern nur zu gut bekannt.

„Wir unterstützen jedes Projekt, das uns hilft, den Verkehr ein wenig von der Straße zu bekommen und die Parkraumsuche zu begrenzen“, erklärte Wenmakers die Gründe für das Engagement der Stadtwerke Bonn für eine neue Mitfahr-App, die jeder nutzen kann und für die auch auf Plakaten geworben wird.

Das Angebot heißt goFlux und soll für regionale Fahrten eine sinnvolle Ergänzung für den Bonner Nahverkehr sein, Menschen in Bonn und Umland eine zusätzliche Mobilitätsmöglichkeit bieten – insbesondere für Fahrten zur Arbeit. Im Fokus stehen die einfache Bedienbarkeit sowie die Anwendung im täglichen Pendelverkehr. Das Prinzip: Wer per App eine Fahrgemeinschaft anbietet, erhält zwei Euro als Kostenbeteiligung – ab dem 14. Kilometer zusätzlich weitere 0,15 Cent pro Kilometer, bei dem jemand mitgenommen wird. Nutzer eines SWB-Abotickets fahren in der Startphase kostenlos mit. Und auch die Registrierung ist kostenlos.

Für die groß angelegte Vorstellung wurden eigens zwei VW mit SWB- beziehungsweise goFlux-Aufschrift an der Beethovenhalle aufgestellt. Vertreter von in Bonn beheimateten Unternehmen und Institutionen, die die Anwendung als Teil des betrieblichen Mobilitätsmanagements wollen, freuten sich mit Oberbürgermeister Katja Dörner sowie goFlux-Gründer Wolfram Uehrlich, dass alles startklar ist.

Weniger Autos sollen unterwegs sein

Dörner sagte, dass „alle Optionen genutzt werden müssen, die dazu führen, dass weniger Autos in der Stadt unterwegs sind“. Die Mitfahr-App des jungen Kölner Unternehmens sei daher „ein sehr guter Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen der Bundesstadt Bonn“. Es werde eine Win-win-Situation geschaffen. „Durch die Bildung von Fahrgemeinschaften wird nicht nur das Klima entlastet, sondern auch der Geldbeutel geschont“, so die OB.

Gemeinsam mit zwei Kollegen gründete der gebürtige Bonner Uehrlich das Unternehmen 2017 in Köln, das ursprünglich nur den B2B-Markt (Business to Business) bediente. Bereits früh entstand der Kontakt mit den SWB.

Und so geht es: In der App werden Start und Ziel abgefragt. Sobald die Eingaben erfolgt sind, schlägt die Anwendung passende Fahrgemeinschaften und Treffpunkte vor. Im Fokus stehen einfache Bedienbarkeit sowie Anwendung im täglichen Pendelverkehr. Uehrlich: „Ich hoffe, dass wir bald in Bonn eine Vorreiterrolle in Sachen Mobilität in Deutschland erreichen können.“ Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch in Bonn, begrüßte „dass an der Barrierefreiheit der App gearbeitet wird“. Kai Sicks, Generalsekretär des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, betonte den Bedarf auch unter seinen Beschäftigten.