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Konzert in Bonn: Grönemeyer spielt auf der Blumenwiese

Konzert in Bonn : Grönemeyer spielt auf der Blumenwiese

Der populäre Rockmusiker Herbert Grönemeyer soll am 30. Mai 2015 Zehntausende in die Rheinaue locken. Das bestätigte jetzt Dirk Dötsch, Chef des Restaurants Rheinaue, der Grönemeyer in die Bundesstadt lockte. Auch ein Abend mit Brings ist für 2015 in der Rheinaue geplant.

Kommt er oder kommt er nicht? „Am 30. Mai 2015 Herbert kommt Grönemeyer nach Bonn. Als die Anfrage eines Kölner Konzertveranstalters kam, musste ich maximal drei Sekunden überlegen, um zuzusagen", sagt Dirk Dötsch, den der General-Anzeiger am Dienstag telefonisch im österreichischen Zell am See erreichte. Der Chef des Restaurants Rheinaue und Pächter der Rheinaue hat als Vertragspartner der Stadt Bonn zwölf Veranstaltungstage in der Rheinaue zugesichert.

Ein Sprecher der Dirk Becker Entertainment in Köln, die die Grönemeyer-Tour im kommenden Jahr verantwortet, mochte von einem Konzert in Bonn nichts wissen. „Ein Zusatzkonzert in Bonn können wir zurzeit nicht bestätigen", sagte er und verwies auf den 27. Mai. Dann tritt Grönemeyer in der Kölner Lanxess-Arena auf. Der Vorverkauf hat auch schon begonnen. Vor wenigen Tagen kündigte Grönemeyer sein neues Album an: „Dauernd jetzt" wird am 21. November 2014 veröffentlicht. Das 14. Studioalbum seiner Karriere erscheint bei Grönland/Vertigo/Capitol. Im kommenden Frühjahr startet eine Tournee durch Deutschland, die Schweiz und Österreich.

Die Frage ist, ob der Rockmusiker noch so populär wie vor drei Jahren ist, als er noch vor rund 40 000 Fans auftrat. Oder wie im Juni 2007. Damals pilgerten an zwei Tagen insgesamt rund 110 000 Menschen ins RheinEnergieStadion, um Herbert Grönemeyer live zu erleben. Dann dürfte Grönemeyer ohne weiteres sowohl die Landxess-Arena mit seiner Kapazität von rund 15.000 als auch die Rheinaue füllen dürfen.

Dötsch jedenfalls glaubt an Grönemeyer. „Ich greife mal die 20 000 an", sagt Dötsch zuversichtlich, allerdings habe er auch schon Konzerte auf der Blumenwiese bei der RheinKultur erlebt, wo 70 000 Menschen zusammenkamen, sagt er augenzwinkernd.„Diesen einen Tag gebe ich gerne für solch ein Ereignis ab. Grönemeyer ist ein Name, der gut für Bonn ist", so Dötsch und fügt hinzu: „Ich würde gerne mehr solcher Veranstaltungen anbieten."

Es soll aber, so beeilt sich Dötsch zu betonen, keine Konkurrenzveranstaltungsreihe zum Kunst!Rasen werden. Er denke da mehr an Konzertereignisse, die deutlich mehr als 10 000 Leute anziehen. Ein persönlicher Wunsch wäre es etwa, auch Schlagerstar Helene Fischer in der Rheinaue auftreten zu lassen. „Es gibt tatsächlich mehr Anfragen, als dann wirklich in der Rheinaue laufen. Aber ich finde, es muss auch passen", so Dötsch. Die Scottish Highland Games oder einen Kettensägen-Wettbewerb habe er jedenfalls in der Vergangenheit schon abgelehnt. Und auch Heavy Metal-Konzerte sieht er eher weniger im Rheinauenpark richtig angesiedelt.

Jedenfalls sind für kommendes Jahr bereits mit dem Grönemeyer-Konzert schon sieben Events geplant: Neben der drei Tagen Bierbörse, der Rockaue und Bonn Olé ist auch ein Abend mit Brings vorgesehen. Ob Dötschs neues Engagement Auswirkungen auf den Kunst!Rasen und die auf zehn begrenzten sogenannten seltenen Ereignisse hat, mochte der stellvertretende Stadtsprecher Marc Hoffmann am Dienstag nicht eindeutig zu sagen: „Wir stehen mit allen Veranstaltern, die im Bereich der Rheinaue Programm anbieten, in Gesprächen und Verhandlungen."

Hoffmann betonte, dass Dötschs zwölf Veranstaltungen nicht mit den seltenen Ereignissen gleichzusetzen seien. „Die Rechtsgrundlage ist das Landesimmissionsschutzgesetz und die sogenannte Freizeitlärmrichtlinie", so Hoffmann. Danach seien an ingesamt zehn tagen im Jahr und nicht mehr als zwei Wochenenden hintereinander solche seltenen Ereignisse geplant, „die von einer Anlage ausgehen", so der Sprecher. Hoffmann betonte, dass erhöhte Lärmwerte am „Einwirkungsort", also der nächstgelegenen Wohnbebauung, an 14 Tagen möglich seien. „Wer im kommenden Jahr wann was und wie viel veranstalten darf, das wird derzeit noch besprochen."