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NRW-Ministerpräsidentin in Bonn: Hannelore Kraft besucht Marie-Kahle-Gesamtschule

NRW-Ministerpräsidentin in Bonn : Hannelore Kraft besucht Marie-Kahle-Gesamtschule

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat anlässlich der "Woche des Respekts" die Marie-Kahle-Gesamtschule in Bonn besucht. Sie diskutierte mit den Schülern und erlebte in einem Praxistest, wie schwierig ist es, nur eine Hand im Alltag zu benutzen.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat am Dienstagmorgen die Marie-Kahle-Gesamtschule besucht. Dort diskutierte sie mit Schülern und jungen Vertretern der Aktion Mensch anlässlich der „Woche des Respekts“ über die Frage, was Respekt bedeutet. Bei einem Praxistest mit einer halbseitig gelähmten Schülerin erlebte die Landesmutter, wie schwierig es ist, mit nur einer Hand im Alltag zurechtzukommen.

Ein Höhepunkt des Besuchs: Die Talkrunde mit Paralympics-Medaillengewinner Mathias Mester und Kübra Sekin, Moderatorin der Jungen Aktion Mensch (JAM). Vor allem der kleinwüchsige Speerwerfer vom 1. FC Kaiserslautern beeindruckte Kraft und das junge Publikum im Foyer des Neubaus der Schule mit seinem Humor und seiner Schlagfertigkeit. Als ihm einmal ein Freund sagte, er fände es blöd, wie er, Mester, immer angestarrt werde, meinte der Sportler augenzwinkernd: „Das ist halt so, wenn man ein Star ist.“

Gleich welche Hautfarbe ein Mensch hat, ob groß oder klein, dick oder dünn, ob mit oder ohne Behinderung: „Jeder Mensch möchte normal und mit Respekt behandelt werden“, sagte Kübra Sekin, die seit ihrem sechsten Lebensjahr im Rollstuhl sitzt. Ein Satz, den die Schüler der Marie-Kahle-Schule sicherlich verinnerlicht haben, hat sich doch ihre Schule unter Leitung von Sabine Kreutzer seit ihrer Gründung 2009 auf den Weg als inklusive Schule gemacht.

Hannelore Kraft in der Marie-Kahle-Gesamtschule

Ihr Credo: Nicht die Kinder müssen sich verbiegen, dass sie in die Schule passen, sondern die Schule muss so flexibel sein, dass sie zu jedem Kind passen kann. „Respektvolles Miteinander entsteht durch Begegnungen. Gemeinsames Lernen holt diese Begegnungen in die Schule und damit in den Alltag der Kinder und Jugendlichen“, sagte Kraft und hob das Landesprogramm für Inklusion hervor.

Sie unterzog sich unter Anleitung der halbseitig gelähmten Anna (16) einem Praxistest: Sie musste mit nur einer Hand eine Flasche öffnen, ein Brötchen schmieren und ein Dreieck mit Geodreieck zeichnen. Für letzteres musste sie sich indes ganz schön verbiegen. Das bleibt Anna inzwischen erspart. Nach einigem Hickhack habe ihr die Krankenkasse ein iPad mit einem geografischen Zeichenprogramm bezahlt, sagte sie.