Regionalbahn von Remagen nach Bonn Polizei sucht zwei Verdächtige nach Reizgasaustritt in Zug

Update | Bonn/Remagen · Weil Reizgas in einer Regionalbahn von Remagen nach Bonn freigesetzt wurde, klagten am Montag acht Fahrgäste über Atemwegsprobleme. Der Rettungsdienst versorgte sie. Die Ermittlungen zu dem Vorfall dauern an.

 Am Bonner Hauptbahnhof haben Notärzte und Sanitäter mehrere Personen mit Atemwegsbeschwerden versorgt.

Am Bonner Hauptbahnhof haben Notärzte und Sanitäter mehrere Personen mit Atemwegsbeschwerden versorgt.

Foto: Petra Reuter

Nach dem Einsatz am Bonner Hauptbahnhof am Montagnachmittag, bei dem acht Verletzte aus einem Zug vom Rettungsdienst versorgt wurden, dauern die Ermittlungen an. Das teilte ein Sprecher der zuständigen Bundespolizei in Koblenz am Dienstagmittag auf GA-Anfrage mit. In der Regionalbahn von Remagen nach Bonn hatten acht Menschen über Atemprobleme geklagt, nachdem Reizgas freigesetzt wurde.

Dem Sprecher zufolge hat die Polizei die Videoaufnahmen aus dem Zug angefordert, um diese zu sichten und auszuwerten. Die Auswertung hat am Dienstagnachmittag neue Erkenntnisse gebracht. Wie die Bundespolizei Trier in einer Pressemitteilung bekannt gibt, sind auf den Aufzeichnungen verdächtige Personen ausgemacht worden. Eine Frau mit einem orange-neonfarbenem Oberteil und ein Junge mit einer camouflage-farbenem Fischermütze könnten für den Reizgasaustritt verantwortlich sein. Bereits am 25. Mai hatte sich gegen 19 Uhr ein identischer Vorfall im Bahnhof Bad Godesberg ereignet, so die Polizei. In dem Fall sollen zwei junge Männer Reizgas in einem Aufzug versprüht haben. Die Bundespolizei bittet daher Zeugen, Hinweise telefonisch unter 0651-43780 zu melden.

Verletzte in Regionalzug: Einsätze in Remagen und Bonn

Wie Christian Tiemann, Pressesprecher der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin, am Montag mitteilte, habe es sich bei dem Zug um eine RB26 gehandelt. Bereits nahe Remagen sei in diesem Zug gegen 14.19 Uhr ein erster Feuerwehreinsatz ausgelöst worden. Wie Ralf Krahforst, Einsatzleiter der Feuerwehr und des Rettungsdiensts in Bonn, dem GA mitteilte, habe es dort Anzeichen gegeben, dass in dem Zug Reizgas ausgetreten sei. Krahforst zufolge könnte es sich um Pfefferspray gehandelt haben.

Nach Informationen des GA ging die Polizei am Montag von einem Versehen aus. Demnach sei eine Frau beim Aussteigen im Inneren des Zuges mit ihrer Tasche hängen geblieben. Möglicherweise habe sich im Inneren der Tasche ein Behälter mit Reizgas befunden. Dieses sei daraufhin ausgetreten und habe sich im Wagen verteilt. Die Frau schien den Vorgang nicht bemerkt zu haben. Sie verließ den Wagen anschließend.

Auf den ersten Verdacht des Reizgasaustrittes hin wurde der betroffene Wagen der RB26 in Remagen abgekoppelt. Die Fahrgäste seien Einsatzleiter Krahforst zufolge anschließend in andere Wagen gestiegen und der Zug sei weiter Richtung Bonn gefahren. Als der Zug Bonn erreicht habe, hätten insgesamt acht Personen über Atembeschwerden geklagt. Über die Notfallleitstelle der Deutschen Bahn sei der Notruf kontaktiert worden.

Krahforst teilte dem GA vor Ort mit: „Wir wurden über mehrere verletzte Personen informiert, die sich in einem Zug im Hauptbahnhof Bonn befanden.“ Beim Eintreffen fanden die Rettungskräfte die Verletzten in einem stehenden Zug auf Gleis 2. „Wir haben den Zug erkundet, da nicht ganz klar war, wo die Personen waren.“ Acht Personen wurden noch im Zug untersucht, sechs davon anschließend in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Einer Sprecherin der Deutschen Bahn zufolge konnte der Einsatz gegen 15.45 Uhr beendet werden und der Zug weiterfahren. Wegen des Einsatzes kam es in Bonn auf mehrere Linien der Straßenbahn und der Busse zu Einschränkungen und Verspätungen. Auf der Linie der Straßenbahnen 61 und 62 kam es zu einer Streckentrennung, wie die Stadtwerke Bonn (SWB) auf X mitteilten. Der Bussteig C am zentralen Omnibusbahnhof war für Linienbusse zwischenzeitlich gesperrt, die Busse mussten auf andere Bussteige ausweichen. Mittlerweile ist der Omnibusbahnhof aber wieder frei befahrbar und die Linienbusse fahren wieder planmäßig, wie die SWB mitteilten.

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