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Großeinsatz für Feuerwehr und THW: Haus in Ippendorf nach Erdrutsch in Gefahr

Großeinsatz für Feuerwehr und THW : Haus in Ippendorf nach Erdrutsch in Gefahr

Großeinsatz am Sonntag für die Bonner Feuerwehr in Ippendorf nach den heftigen Regenfällen der vergangenen Tage: Ein weitläufiger Grundstückshang an der Röttgener Straße im Katzenlochbachtal war abgerutscht und hatte das Fundament eines Hauses freigelegt.

Die Bewohnerin des Hauses, eine ältere Dame, verließ das Haus und kam erst einmal bei ihrem Sohn unter. Die Feuerwehr deckte das freigelegte Fundamt mit Planen und Folien ab, um es vor weiterem Regen zu schützen. Ein Statiker muss nun prüfen, ob das Haus absturzgefährdet ist. Besorgt äußerten sich Anwohner gegenüber dem GA. Sie befürchten, dass auch ihre Häuser unter dem Erdrutsch gelitten haben könnten.

Einen stückweit abgerutschten Anbau neben dem Haus sicherten Feuerwehr und THW mit speziellen Seilzügen. Auch um die Sicherung des Hangs kümmerten sich die Bonner Feuerwehrleute den gesamten Sonntagnachmittag über.

Zusammen mit dem Technischen Hilfswerk (THW) wurde der untere Bereich des Hangs mit Planen abgedeckt und mit etwa 2000 Sandsäcken beschwert und stabilisiert. Zudem wurden Bäume, Sträucher und Gehölz zurückgeschnitten, um Druck von dem Hang zu nehmen. Während die Röttgener Straße gegen 19 Uhr für den Verkehr wieder freigegeben wurde, bleibt der bergseitige Gehweg bis auf unbestimmte Zeit gesperrt.

Eine Rolle hatten dabei die ergiebigen Regenfälle in den letzten Tagen gespielt, erklärte Feuerwehreinsatzleiter Thomas Adenauer. Da der Boden vor Ort nicht gewachsen sei, so Adenauer, sondern es sich wohl um eine Kiesaufschüttung handelt, habe der Hang nachgegeben. Weggesackt waren auf dem waldartigen Grundstück neben Wegen auch ein Art Gartenhaus sowie zahlreiche Bäume.

Problematisch war: Laut Presseamt der Stadt hatte der Hangrutsch die Fundamente des Wohnhauses freigelegt. Das liegt etwa zehn Meter oberhalb der Röttgener Straße. Die Bewohnerin, eine ältere Dame, kam vorübergehend bei ihrem Sohn unter, berichtete die Feuerwehr. Anwohner sorgten sich gegenüber dem General-Anzeiger, ob auch ihre Häuser unter dem Erdrutsch gelitten haben könnten.

Bis in den Abend hatten rund 50 Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW mit der behelfsmäßigen Sicherung des Grundstückes zu tun, die Röttgener Straße war laut Stadt bis 19 Uhr komplett gesperrt. Dass auf dem Grundstück etwas in Bewegungen geriet, hatte sich aus Sicht der Feuerwehr bereits zwei Tage zuvor angekündigt. Denn zwei Mal war die Leitstelle wegen eines umgestürzten Baumes an der Röttgener Straße alarmiert worden, berichtete Adenauer. Am Sonntag lief gegen 10 Uhr ein dritter Alarm auf.

Doch dieses Mal mussten die Einsatzkräfte erkennen, dass der Hang abgesackt war, berichtete Adenauer, der als erste Führungskraft an der Einsatzstelle eintraf. Bei der Frage, wie sich das Grundstück sichern ließ, wählte die Feuerwehr eine Doppelstrategie. Zum einen wurden die Fundamente des Hauses mit einer Plane abgedeckt. Zudem wurde nach dem Freischneiden des Areals am Fuße des Grundstücks ein "Beschwerungsfilter" aufgebaut.

Der sollte laut Adenauer einen "Gegendruck" erzeugen. Bei dem Beschwerungsfilter handelt es sich um einen zwei Meter breiten wasserdurchlässigen Flies, der auf etwa 15 Meter Länge verlegt und mit Sandsäcken beschwert wurde, erklärte THW Einsatzleiter Axel Müller-Storp, der mit Helfern zur Unterstützung der Feuerwehr angerückt war. Dazu wurden auf dem Flies die Sandsäcke gestapelt, die man teils bei der Lohmarer Feuerwehr bestellt hatte, berichtete Feuerwehr-Führungskraft Helmut Schulten. Zur Frage der Standfestigkeit der Häuser auf dem Hangrücken konnte die Feuerwehr gestern nur eine erste, vorsichtige Einschätzung geben: "Wir haben keine Risse im Gebäude entdeckt", so Schulten.

Auch stimmt ihn zuversichtlich, dass die Gebäude auf der Anhöhe wahrscheinlich auf einer durchgehend gegossenen Bodenplatte stünden: "Das wäre positiv, weil man es dann mit einem gefestigten Grund zu tun hat", so Schulten. Die Einsatzleitung betonte aber, dass jetzt Fachleute das Gelände sichten müssten. Auch ein aktuelles Bodengutachten mache Sinn. Laut Feuerwehr gibt es wohl bereits ein älteres Gutachten. Marc Hoffmann, Stellvertretender Sprecher der Stadt, bestätigte, dass nun "ein Statiker prüfen muss, ob das Haus absturzgefährdet ist".