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Versammlung von "Haus & Grund": Hauseigentümer prangern Behördenversagen in Bonn an

Versammlung von "Haus & Grund" : Hauseigentümer prangern Behördenversagen in Bonn an

Gut besucht war am Samstag der „Haus & Grund-Tag“ im Haus der Evangelischen Kirche. Nach der öffentlichen Jahreshauptversammlung sprach auch NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart, zudem gab es Fachvorträge und eine Ausstellung rund um Haus- und Grundeigentum.

Dirk Vianden, vor einem Jahr zum Vorsitzenden des Vereins Haus & Grund Bonn/Rhein-Sieg gewählt, präsentierte seinen ersten Rechenschaftsbericht. Seine erste Nachricht war gleich eine gute: „Wir hatten im Januar 6538 Mitglieder. Das sind 102 Mitglieder mehr als ein Jahr zuvor.“ Auch die finanzielle Situation des Vereins sei erfreulich. Vianden kündigte den Abschied von Hauptgeschäftsführer Helmut Hergarten zum 31. Dezember an und teilte mit, dass Markus Gelderblom, bisher Geschäftsführer der Haus & Grund Service GmbH, das Amt übernehmen werde. Zudem beabsichtige der Verein, eine Hausverwaltungsfirma zu kaufen.

„Natürlich haben wir uns oft und lautstark zu kommunalpolitischen Themen geäußert. Das unerfreulichste aller Themen ist das Thema Beethovenhalle“, sagte Vianden und führte weiter aus: „Die Schuldfrage zu diskutieren ist müßig. Schlimm ist jedoch die Hilflosigkeit, die einen ergreift, wenn man als Staatsbürger einem so offensichtlichen Behördenversagen hilflos zusehen muss.“

Vianden sprach auch den Dauerstau in Bonn an, das gescheiterte Festspielhaus, die Situation der Schwimmbäder und folgerte: „Es war in Bonn immer viel einfacher, Projekte zu verhindern, als neue Projekte durchzusetzen.“ Kritik in der anschließenden Diskussion musste er hinnehmen, weil er den Öffentlichen Personennahverkehr unerwähnt ließ. Nach dem Bericht von Schatzmeister Berthold Janssen war die Entlastung des Vorstandes ohne Gegenstimme gleichwohl nur noch Formsache.

Mehrere hundert Besucher waren da

Bei der Nachwahl für den Beirat – dessen längjähriges Mitglied Hermann Tengler war in den Vorstand kooptiert worden – stand ein einziger Kandidat für den vakanten Posten zur Wahl: der ehemalige Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch. Er wurde einstimmig in den Beirat gewählt, der bei diesem Verein wie ein Aufsichtsrat in einem Konzern zu sehen ist. „Er kontrolliert den Vorstand“, erklärte Hergarten. „Da wir eher dem konservativen Lager zugeordnet werden, sind wir froh, mit Jürgen Nimptsch ein SPD-Mitglied bekommen zu haben.“ Der nahm die Wahl gerne an und meinte, dass sich in seiner Zeit als OB bei ihm einiges an Wissen angesammelt habe, was dem Verein dienlich sein könne.

Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW, sprach als Hauptredner über „Die Region Bonn/Rhein-Sieg als Kraftzentrum in 70 Jahren der Bundesrepublik Deutschland“. Neben den Stadtwerken, der Energieagentur, dem Bonner Bauhandwerk und einigen Fachunternehmen präsentierte sich auch der General-Anzeiger, der am 21. September zum dann achten Mal die Bonner Immobilienmesse veranstalten wird, bei der Fachausstellung. „Zwischen 500 und 600 Besucher haben am Ende des Tages unsere Informationsveranstaltungen und die Fachausstellung besucht“, bilanzierte H&G-Pressesprecher Friedel Frechen.